Bluttaten erschüttern die USA

04.08.2019 • 20:38 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Schock und Verzweiflung nach den Horrorszenen in einem Kaufhaus in El Paso.ap
Schock und Verzweiflung nach den Horrorszenen in einem Kaufhaus in El Paso.ap

Wieder werden Menschen in den USA Opfer von Todesschützen, 30 Tote innerhalb von 24 Stunden.

dayton Bei Massakern in El Paso, Texas, und Dayton, Ohio, sind am Wochenende 30 Menschen getötet worden. Die Geschehen ereigneten sich in weniger als 24 Stunden. Politiker reagierten entsetzt.

Es sind furchterregende Szenen, die sich am Samstag in einem Einkaufszentrum in der amerikanischen Grenzstadt El Paso abspielen. Ein Schütze eröffnet das Feuer auf Ladenbesucher. Am Ende sind mindestens 20 Menschen tot und mehr als zwei Dutzend weitere verletzt. Ein Verdächtiger wird festgenommen, laut Polizei handelt es sich um einen 21 Jahre alten Weißen. Es sollte nicht das einzige Massaker an diesem Wochenende bleiben. In der Nacht zum Sonntag feuert ein Schütze (24) in der Stadt Dayton im US-Bundesstaat Ohio nahe einer Bar um sich, neun Menschen sterben, viele weitere sind verletzt. Einmal mehr ist der Schock im ganzen Land groß, einmal mehr steht am Ende die Frage, ob die Taten hätten verhindert werden können. Und im Fall von El Paso entbrennt auch eine Debatte um eine mögliche politische Verantwortung.

Hasserfülltes Schreiben

Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Beto O‘Rourke, der aus El Paso stammt, greift Präsident Donald Trump nach der Tat an und wirft ihm vor, den Rassismus in den USA anzuheizen. Während der Präsidentschaft des Republikaners habe man einen Anstieg von Hassverbrechen beobachten können. „Er ist ein Rassist, und er schürt den Rassismus in diesem Land“, sagt O‘Rourke sichtlich bewegt. Nach der Tat taucht ein vierseitiges Pamphlet auf, die Rhetorik ist hasserfüllt und ausländerfeindlich. Die Ermittler prüfen, ob der Verdächtige es verfasst hat. Das Schreiben lasse womöglich auf ein Hassverbrechen schließen, sagt Polizeichef Greg Allen. Die „New York Times“ berichtet, der Text sei 19 Minuten vor dem ersten Notruf in El Paso online gegangen.

Trump wendet sich kurz darauf via Twitter an die Nation und nennt die „hasserfüllte Tat“ tragisch und einen „Akt der Feigheit“. Es gebe keine Rechtfertigung dafür, unschuldige Menschen zu töten.

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Nach dem Massaker in El Paso demonstrierten Aktivisten am Samstag vor dem Weißen Haus für härtere Waffengesetze. ap
Nach dem Massaker in El Paso demonstrierten Aktivisten am Samstag vor dem Weißen Haus für härtere Waffengesetze. ap
Zwei Amokläufe in den USA innerhalb von 24 Stunden kosten 30 Menschen das Leben. ap
Zwei Amokläufe in den USA innerhalb von 24 Stunden kosten 30 Menschen das Leben. ap

Massaker in den USA

Virginia Beach (Virginia), Juni 2019 Ein städtischer Angestellter eröffnet in dem Küstenort das Feuer und tötet elf Kollegen und einen Auftragnehmer. Polizisten erschießen den Täter.

Thousand Oaks (Kalifornien), November 2018 Ein Ex-Soldat tötet in einer Bar 13 Menschen. Er erschießt sich selbst.

Pittsburgh (Pennsylvania), Oktober 2018 Ein Rechtsradikaler erschießt in der „Tree of Life“-Synagoge elf Menschen. Es handelt sich um das folgenschwerste anti­semitische Verbrechen in der Geschichte der USA.

Parkland (Florida), Februar 2018 Ein 19-Jähriger löst in seiner ehemaligen High School einen Feueralarm aus, anschließend schießt er auf die fliehenden Schüler und Lehrer. 17 Menschen sterben. Der Schütze wird festgenommen.

Sutherland Springs (Texas), November 2017 Ein 26-Jähriger eröffnet in einer Kirche das Feuer und tötet 26 Menschen, bevor er sich selbst erschießt.

Las Vegas (Nevada), Oktober 2017 Der 64-jährige Stephen Paddock schießt aus dem 32. Stock eines Hotels auf Gäste eines Festivals. Er tötet 58 Menschen und erschießt sich selbst.

Orlando (Florida), Juni 2016 Der 29-jährige Omar Mateen erschießt 49 Besucher eines Nachtclubs, der bei Homosexuellen beliebt ist. Spezialeinheiten töten ihn bei der Erstürmung des Clubs. Der Attentäter hatte sich zuvor zur Terrormiliz Islamischer Staat bekannt.

Newtown (Connecticut), Dezember 2012 Adam Lanza, ein 20-Jähriger mit schweren psychischen Problemen, erschießt zuerst seine Mutter und begibt sich dann in seine ehemalige Volksschule. Dort ermordet er 20 Schulkinder und sechs Lehrer. Anschließend tötet er sich selbst.