Wasserknappheit betrifft Viertel der Bevölkerung

Welt / 06.08.2019 • 22:53 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Wasserwerk von Chennai verteilt Trinkwasser. Ap
Das Wasserwerk von Chennai verteilt Trinkwasser. Ap

Forscher warnen vor verheerenden Dürrefolgen in 17 Ländern.

Washington Fast ein Viertel der Weltbevölkerung lebt in Ländern mit einem extremen Trockenheitsrisiko. In 17 Staaten sei die Wasserknappheit bereits fast auf dem Niveau der „Stunde null“ angelangt – der Zeitpunkt, zu dem fließendes Wasser nicht mehr verfügbar sein wird, erklärte das US-Forschungszentrum World Resources Institute (WRI) bei der Vorstellung seines neuen Wasserverfügbarkeitsberichts am Dienstag. Österreich steht auf der WRI-Rangliste auf Platz 134 und zählt damit zu der Gruppe der Länder mit einem niedrigen Trockenheitsrisiko. Deutschland belegt Platz 62.

In den 17 am schwersten von Trockenheit betroffenen Ländern verbrauchen Landwirtschaft, Industrie und Kommunen „80 Prozent des verfügbaren Oberflächen- und Grundwassers“, teilten die WRI-Forscher mit. Bereits kleine Dürren könnten in dieser Situation demnach schwerwiegende Wasserkrisen wie etwa jüngst in der indischen Großstadt Chennai oder der südafrikanischen Metropole Kapstadt auslösen.

„Wasserknappheit ist die größte Krise, über die niemand spricht“, betonte WRI-Chef Andrew Steer. Sichtbare Folgen seien Ernährungskrisen, Konflikte, Migration und finanzielle Instabilität.

Zu den am schwersten betroffenen Ländern gehören dem Forschern zufolge zahlreiche Staaten im Nahen Osten und in Nordafrika, etwa Libyen, Israel, der Libanon und Saudi-Arabien. Auf Platz 13 der Rangliste steht Indien – dessen Bevölkerung dreimal so groß ist wie die Bevölkerung aller 16 anderen betroffenen Länder zusammen.

„Die Wasserkrise in Chennai vor Kurzem hat weltweit Aufsehen erregt – dabei besteht auch in zahlreichen anderen Regionen Indiens chronische Wasserknappheit“, erklärte der frühere indische Minister für Wasserressourcen, Shashi Shekhar. Ein mit 2,5 Millionen Litern Wasser beladener Zug war Mitte Juli in der Millionenstadt im Südosten des Landes eingetroffen, um die Bevölkerung zu versorgen. Das Wasser kam aus dem Mettur-Staudamm, einem der größten Wasserreservoire des Landes. Das per Zug täglich eingeführte Wasser soll die Mindestversorgung der Stadt sicherstellen, bis der Monsunregen kommt. Dieser fällt in Chennai zwischen Oktober und November.