Empörung in den USA

Welt / 07.08.2019 • 22:32 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die Polizisten haben dem 43-jährigen Handschellen angelegt und ihn an einem Strick angebunden zum Polizeirevier geführt.
Die Polizisten haben dem 43-jährigen Handschellen angelegt und ihn an einem Strick angebunden zum Polizeirevier geführt.

Berittene Polizisten führen in Texas verdächtigen Schwarzen an Strick ab.

Galveston Ein Vorfall in den USA erhitzt derzeit die Gemüter: Berittene Polizisten im US-Bundesstaat Texas haben einen schwarzen Verdächtigen an einem Strick abgeführt. Ein Foto der Szene sorgte unter anderem in sozialen Medien für Empörung. Das Vorgehen wurde als rassistisch und als makaberes Echo der Zeit der Sklaverei in den USA kritisiert. Die Polizei im Ort Galveston erklärte auf Facebook, die beiden Beamten hätten sich beim Abführen des Verdächtigen nicht optimal verhalten und hätten auf ein Transportfahrzeug warten sollen. Sie bat den Verdächtigen wegen der „unnötigen Peinlichkeit“, jemanden neben dem Pferd laufend am Strick abzuführen, um Entschuldigung.

„Meine Polizisten hatten keinerlei böswilligen Absichten zum Zeitpunkt der Festnahme, aber wir haben unsere Regeln sofort geändert, um den Einsatz dieser Praxis künftig zu verhindern“, schrieb Polizeichef Vernon Hale. Der abgeführte 43-Jährige war von den Beamten nach Angaben der Polizei am Samstag wegen Verdachts auf Hausfriedensbruch festgenommen worden.

Die Polizisten legten ihm daraufhin Handschellen an, banden einen Strick daran und führten ihn ab. Es blieb zunächst unklar, ob Disziplinarmaßnahmen gegen die beiden Beamten eingeleitet wurden.

Scharfe Kritik

Zahlreiche Twitter-Nutzer sprachen von Rassismus. Die „New York Times“ zitierte Leon Phillips von der „Koalition für Gerechtigkeit“ in Galveston, der die Entlassung der Polizisten forderte. „Wenn es ein weißer Mann gewesen wäre, wäre er nicht auf diese Weise behandelt worden.“ Es gebe ganz sicher keine Regel, die es erlaube, jemanden auf einem Pferd sitzend am Strick die Straße runter zu führen.