Klimawandel trifft Kinder

Welt / 12.08.2019 • 22:28 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die häufigeren und stärkeren Dürren werden vor allem Kinder in armen Ländern treffen, die überhaupt nicht zur Klimakrise beigetragen haben.AP
Die häufigeren und stärkeren Dürren werden vor allem Kinder in armen Ländern treffen, die überhaupt nicht zur Klimakrise beigetragen haben.AP

Unterernährung als Folge des Klimawandels. Vor allem arme Länder davon betroffen.

Laxemburg In den vergangenen Jahrzehnten gelang es, in vielen Regionen die Versorgungslage mit Lebensmitteln zu verbessern. Dieser Erfolg könnte durch Klimawandelfolgen wie häufigere Dürren wieder zunichtegemacht werden. In einer Studie hat ein Forschungsteam im Fachblatt „PNAS“ Regionen identifiziert, in denen Kindern künftig noch stärker durch Unterernährung bedroht sein könnten.

Wissenschafter aus den USA und vom Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien analysierten anhand von Daten von 580.000 Kindern aus 53 Ländern, wie sich Dürreperioden und Überschwemmungen seit dem Jahr 1990 auf die Ernährungssituation der Kleinen auswirkten. Wenig überraschend zeigte sich ein deutlich negativer Effekt solcher Krisen, die vor allem in armen Ländern und Bevölkerungsschichten durchschlagen.

„Das waren vor allem wasserarme und politisch instabile Länder mit schlechtem Zugang zum internationalen Handel, wie der Tschad, Eritrea, Somalia, der Südsudan, der Sudan oder der Jemen“, so der Erstautor der Studie, Matthew Cooper vom IIASA. Höhere Risiken identifizierten die Wissenschafter in vielen Teilen von Subsahara-Afrika, in manchen Regionen des Mittleren Ostens, Papua-Neuguinea, Nordkorea und vereinzelten Regionen Südamerikas. „Wir fanden aber auch Faktoren, die dabei helfen, dass Kinder von den Folgen einer Dürre weniger stark betroffen sind. Das sind funktionierende staatliche Strukturen, das Anbauen vielfältigerer Nutzpflanzen, höhere Pro-Kopf-Importe und Möglichkeiten zur Bewässerung“, so Cooper. Die Studie mache klar, „wie sehr nur einer der Haupteffekte des Klimawandels vor allem Kinder in armen Ländern treffen wird, die selbst überhaupt nicht zur Klimakrise beigetragen haben“, sagte Cooper.