Mietwucher auf den Balearen

Welt / 14.08.2019 • 22:32 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Mietpreise auf den Balearen schießen immer weiter in die Höhe. Ein großes Problem ist die illegale Ferienvermietung. Reuters
Die Mietpreise auf den Balearen schießen immer weiter in die Höhe. Ein großes Problem ist die illegale Ferienvermietung. Reuters

Neben Ibiza schrillen auch auf Mallorca die Alarmglocken.

Palma, Ibiza-Stadt Sonne, Sand und Meer: Auf den Balearen zu leben und zu arbeiten, ist für viele ein Traum. Mittlerweile aber ist das Sehnsuchtsziel angesichts unerschwinglicher Wohnungspreise oft zum Alptraum geworden. Während auf Ibiza schon länger Wucherpreise die Gemüter erhitzen, stehen jetzt auch Mietsuchenden auf Mallorca schwere Zeiten bevor. „Die Mietpreise haben ein Limit erreicht“, sagt Natalia Bueno, Präsidentin des Verbandes der Immobilienmakler auf den Balearen. Für eine Zweizimmerwohnung in der Hauptstadt Palma oder in den Küstengebieten würden mittlerweile im allerbesten Fall 800 Euro plus Nebenkosten verlangt. Die Folge: Mieter könnten sich die angebotenen Unterkünfte kaum noch leisten.

Welche Ausmaße dies im schlimmsten Fall annehmen kann, ist bereits auf Mallorcas südlicher Nachbarinsel Ibiza zu beobachten. Hier herrscht seit Jahren ein Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Wer bei einschlägigen Webportalen wie „mil anuncios“ auf Wohnungssuche geht, der findet teilweise Angebote von 400 bis 500 Euro monatlich – für ein Bett in einem geteilten Zimmer. Das führt auch in der Tourismusbranche zu erheblichen Problemen. „Es gibt Menschen, die jahrelang während der Sommersaison bei uns gearbeitet haben und jetzt nicht mehr kommen wollen, weil sie nicht einsehen, diese Preise zu bezahlen“, sagt Ana Gordillo, die Präsidentin des Hoteliersverbandes von Ibiza und Formentera. 

Die Schuldigen hat sie ausgemacht. „Das große Problem ist die illegale Ferienvermietung“, sagt sie. Schätzungen der tourismuskritischen Organisation Terraferida zufolge wurden über die Plattform Airbnb auf Ibiza rund 26.000 Betten in privaten Ferienvermietungen angeboten. Rund die Hälfte davon besaß demnach keine Lizenz.

In Palma sind die Mieten in den letzten fünf Jahren um 40 Prozent gestiegen.

In Palma sind die Mieten in den letzten fünf Jahren um 40 Prozent gestiegen.