Berufung abgelehnt: Kardinal Pell bleibt in Haft

Welt / 21.08.2019 • 22:41 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Kardinal George Pell wurde im März zu sechs Jahren Haft verurteilt. Reuters
Kardinal George Pell wurde im März zu sechs Jahren Haft verurteilt. Reuters

Melbourne Die Hoffnung auf einen Freispruch hat sich für den ehemaligen Vatikan-Finanzchef George Pell zerschlagen: Der Kardinal aus Australien muss wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen im Gefängnis bleiben. Der Oberste Gerichtshof in Melbourne wies am Mittwoch seinen Einspruch gegen die Verurteilung zu sechs Jahren Haft zurück. Die Richter verzichteten auch darauf, einen neuen Prozess anzusetzen. Damit kann der 78-Jährige frühestens im Oktober 2022 aus der Haft entlassen werden.

Als Finanzchef war Pell unter Papst Franziskus jahrelang praktisch die Nummer drei in der Hierarchie des Kirchenstaats. Er ist der ranghöchste katholische Geistliche, der jemals wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen verurteilt wurde. Die Entscheidung des Supreme Court bedeutet für ihn eine große Enttäuschung. Jetzt hat er nur noch die Chance, Australiens höchstes Gericht anzurufen. Ob er davon Gebrauch machen wird, ließ er offen.