Viel Geschmack mit viel Gefahr

Welt / 17.09.2019 • 22:41 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Ausgefallene Geschmacksrichtungen: Ein möglicherweise krebserregender Stoff wurde von Forschern in US-E-Zigaretten entdeckt. AP
Ausgefallene Geschmacksrichtungen: Ein möglicherweise krebserregender Stoff wurde von Forschern in US-E-Zigaretten entdeckt. AP

Nach Todes- und Krankheitsfällen reißt die Diskussion um E-Zigaretten in den USA nicht ab.

New York In E-Zigaretten und Kautabak in den USA haben Wissenschaftler einen möglicherweise krebserregenden Geschmacksstoff „in besorgniserregend hoher Konzentration“ entdeckt. Der Stoff namens Pulegon sei in Produkten mit Minz- und Mentholgeschmack enthalten, berichteten die Wissenschaftler um Sven-Eric Jordt von der Duke Universität (Bundesstaat North Carolina) im Fachjournal „Jama Internal Medicine“.

Als Geschmackszusatzstoff in Lebensmitteln habe die zuständige US-Behörde Pulegon bereits 2018 verboten, für E-Zigaretten und Kautabak sei die Chemikalie jedoch nicht reguliert. Gemeinsam mit Kollegen untersuchte Jordt mehrere Marken von Menthol-Zigaretten, drei E-Zigaretten-Marken und eine Kautabak-Marke, die alle Pulegon enthalten. Sowohl bei den E-Zigaretten als auch beim Kautabak war die Konzentration „besorgniserregend“, bei den Menthol-Zigaretten lag sie unter dem Schwellenwert. Es sei allerdings nicht ganz klar, wie sich die Aufnahme von Pulegon unterscheide, wenn es nicht geraucht, sondern per E-Zigarette aufgenommen werde, hieß es von den Wissenschaftlern. Sie forderten die US-Regulierungsbehörde FDA auf, Maßnahmen zu ergreifen, um das Risiko der Pulegon-Aussetzung zu mindern.

Nach mehreren Todes- und vielen Krankheitsfällen – es geht um ungeklärte Lungenerkrankungen – in Zusammenhang mit E-Zigaretten war in den USA zuletzt eine Diskussion entbrannt. Ausgefallene Geschmacksrichtungen für E-Zigaretten sollen nach dem Willen der US-Regierung in den Vereinigten Staaten nun verboten werden. Präsident Donald Trump hatte in der vergangenen Woche „sehr strenge“ Vorschriften für Hersteller angekündigt und die Nutzung von E-Zigaretten als „großes Problem“ bezeichnet.