Tödlicher Stoff aus der Apotheke

Welt / 24.09.2019 • 22:40 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Eine junge Mutter und ihr Neugeborenes starben, nachdem die werdende Mutter ein Glukose-Mittel aus einer Kölner Apotheke eingenommen hatte. DPA
Eine junge Mutter und ihr Neugeborenes starben, nachdem die werdende Mutter ein Glukose-Mittel aus einer Kölner Apotheke eingenommen hatte. DPA

Apotheke in Verdacht: Ermittler finden toxischen Stoff nach zwei Todesfällen in Köln.

Köln Bei der Untersuchung zweier Todesfälle in Köln, die auf ein Glukosemittel aus einer Apotheke zurückgehen sollen, sind die Ermittler auf einen toxischen Stoff gestoßen. Dieser Stoff sei in einem Glukosebehältnis in der Apotheke festgestellt worden, teilte die Polizei am Dienstag mit. Eine junge Frau und ihr Kind, das Ärzte noch per Kaiserschnitt retten wollten, waren in der letzten Woche nach der Einnahme eines in der Kölner Apotheke hergestellten Glukosemittels gestorben. Die Frau starb laut Obduktion an multiplem Organversagen. Die Glukoselösung war laut Polizei für einen standardmäßigen Test bei Schwangerschaftsdiabetes verkauft worden.

Die Ermittler können nicht ausschließen, dass weiteres giftiges Material im Umlauf ist. Die Polizei hatte nach den Todesfällen auf Grundlage erster Erkenntnisse am Montagabend vor der Lösung gewarnt. Bis zum Dienstag habe sich aber noch niemand gemeldet, der Glukose aus der betroffenen Apotheke zu Hause habe, sagte Polizeisprecher Ralf Remmert am Dienstag. Polizei und Stadt hatten am Montagabend gewarnt, Mittel mit Glukose einzunehmen, die in der Heilig-Geist-Apotheke in Köln zusammengestellt wurden.

Patienten, die glukosehaltige Präparate dieser Apotheke besitzen, sollten sie nicht einnehmen und umgehend bei der nächsten Polizeiwache abgeben. Die Stadt hat der Heilig-Geist-Apotheke vorerst untersagt, selbst produzierte Medikamente zu verkaufen. „Ich bin fassungslos, ich kann es mir nicht erklären“, sagte der Inhaber. Er vertraue auf die Ermittlungen der Polizei. Ein Arzt hatte am Donnerstag die Behörden eingeschaltet. Bei einer anderen Frau, die das gleiche Mittel eingenommen habe, seien auch Komplikationen aufgetreten. Sie habe die Einnahme abgebrochen.