Waldbestände Afrikas bedroht

Welt / 26.09.2019 • 22:38 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Nachfrage nach Holzkohle ist enorm, der Handel lukrativ. AP
Die Nachfrage nach Holzkohle ist enorm, der Handel lukrativ. AP

Steigender Holzkohle-Bedarf in Afrika lässt Waldflächen schrumpfen.

Kampala Die Männer bleiben oft für Wochen in den Tiefen der Wälder. Das geschlagene Holz wird gleich vor Ort zu Kohle verarbeitet. Eine offizielle Erlaubnis haben die wenigsten. Strafen müssen sie trotzdem kaum fürchten – meist sind sie nur nachts aktiv, auf brachliegenden öffentlichen Flächen, für die sich keiner verantwortlich zu fühlen scheint. Und der Handel mit der Holzkohle ist lukrativ. Denn die Nachfrage ist gewaltig. Waldbrände in der brasilianischen Amazonas-Region sorgten kürzlich für internationale Aufregung. Weit weniger Beachtung findet das schleichende Schwinden des zweitgrößten Regenwald-Gebiets der Erde. Das Kongo-Becken in Afrika ist etwa so groß wie Westeuropa. Die dortige Waldfläche wird aber immer kleiner. Das rasante Bevölkerungswachstum macht der Natur zu schaffen. Zumal die Versorgung mit Heizöl und Elektrizität selbst in den Städten oft schlecht ist.

Laut einem Bericht der UN-Ernährungsorganisation kochen in der kongolesischen Megacity Kinshasa noch immer etwa 90 Prozent der Bewohner mit Holzkohle. In Somalia ist der Handel mit illegal geschlagenem Brennholz so verbreitet, dass die Vereinten Nationen vor einer zusätzlichen Destabilisierung durch Desertifikation warnen. Von 2011 bis 2017 sollen 8,2 Millionen Bäume gefällt worden sein. Der Wert der somalischen Holzkohle-Exporte in den Nahen Osten – obwohl offiziell verboten – wird auf gut 360 Millionen Dollar (327 Millionen Euro) pro Jahr geschätzt.

In Uganda haben die nationalen Behörden das Problem zwar längst erkannt. Das Stromnetz deckt inzwischen auch viele ländliche Regionen ab. Die meisten Menschen im Land können sich die Elektrizität aber schlicht nicht leisten, auch nicht in der Hauptstadt Kampala. Sogar Familien aus der Mittelschicht nutzen dort zum Kochen bis heute ihre Holzkohle-Öfen.

In nördlichen Bezirken wie Gulu, wo große Teile der in Kampala verfeuerten Kohle herkommen, haben die Behörden seit 2015 den Kampf gegen illegale Akteure verstärkt.