Ski fahren in Kopenhagen

Welt / 02.10.2019 • 22:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wintersportbegeisterte Dänen müssen künftig zum Skifahren nicht mehr verreisen. AFP
Wintersportbegeisterte Dänen müssen künftig zum Skifahren nicht mehr verreisen. AFP

Die Piste auf einer Müllverbrennungsanlage mitten in der Stadt ist „präpariert“.

Kopenhagen Die grünen Plastikmatten liegen, der Skilift fährt: Auf einer Müllverbrennungsanlage in Kopenhagen ist alles bereit für die erste Abfahrt. Mitten in der dänischen Hauptstadt können Wintersport-Fans künftig auf der Anlage Ski fahren – sogar ohne Schnee. Die Macher wollen damit die Notwendigkeit einer stadtnahen Versorgungsanlage mit einem Freizeitangebot kombinieren – und den Kopenhagenern eine Alternative zu Skireisen ins Ausland bieten. Nach monatelanger Verzögerung soll die Piste auf dem schrägen Dach der Anlage Amager Bakke am Freitag offiziell eröffnet werden. Bürgermeister Frank Jensen hat sich angemeldet, ein paar Ski-Profis der dänischen Nationalmannschaft werden am Nachmittag gemeinsam mit den Architekten als Erste die 450 Meter lange Strecke hinunterfahren – dann sind 70 ausgewählte Wintersportfreunde dran.

Ursprünglich sollte das ungewöhnliche Projekt bereits im vergangenen Dezember eingeweiht werden. Dass es seitdem so lange bis zur wirklichen Eröffnung gedauert hat, lag zunächst am Wetter – wegen ungünstiger Bedingungen verzögerte sich die Installation der Matten – und schließlich am Papierkram: Die Veranstalter mussten eine Reihe von Genehmigungen einholen, weil es normalerweise nicht erlaubt ist, dass sich Menschen auf dem Dach einer Verbrennungsanlage unterhalb der beiden Öfen aufhalten. „Wir mussten sicherstellen, dass es auf der Anlage zu 100 Prozent sicher ist“, sagt Nielsen. Berge sind in Dänemark Mangelware, die höchste Erhebung im Land ist der gerade einmal 170 Meter hohe Møllehøj im Osten Jütlands. Dennoch gibt es etliche Skiläufer im Staate Dänemark – laut Nielsen ganze 600.000. Für diese blieb bislang nur die Reise nach Norwegen, Schweden oder in die Alpen. Das Projekt CopenHill soll ihnen nun eine Alternative vor Ort liefern – und dabei gleichzeitig das Notwendige mit dem Nützlichen verbinden.