Kitzbühel in Schockstarre

Welt / 07.10.2019 • 23:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nach dem Fünffachmord in Kitzbühel vom Sonntag stehen Kerzen in unmittelbarer Nähe des Tatorts. APA
Nach dem Fünffachmord in Kitzbühel vom Sonntag stehen Kerzen in unmittelbarer Nähe des Tatorts. APA

Nach dem Fünffachmord stellt sich im Tiroler Nobelort die Frage nach dem Warum.

Kitzbühel Die Fassungslosigkeit über die Gewalttat mit fünf Opfern war im österreichischen Kitzbühel auch am Montag noch groß. „Jeder aus der Stadt kannte zumindest einen aus der getöteten Familie“, sagte Kitzbühels Bürgermeister Klaus Winkler der APA. Der von Arbeitskollegen als „ordentlich, ruhig und zurückhaltend“ beschriebene Tatverdächtige sei sehr gut in die Stadtgemeinschaft integriert gewesen und habe sich auch gemeinnützig in Vereinen engagiert. Laut Geständnis hat der Arbeiter aus Eifersucht am Sonntag seine 19 Jahre alte Ex-Freundin, ihre Eltern, ihren Bruder und ihren neuen Freund erschossen.

Bei dem getöteten Freund handle es sich um einen 24-jährigen Mann, der beim Kitzbüheler Eishockeyteam als Torwart unter Vertrag stand, sagte der Chef des Landeskriminalamts Walter Pupp. Er absolvierte im vergangenen Jahr ein Probetraining beim EHC Lustenau. EHC-Trainer Christian Weber (55) im „Blick“: Er war ein ganz ruhiger, zurückhaltender, junger, netter Mensch. Er hat alles dafür gemacht, um irgendwo spielen zu können.“

Über den 25-jährigen Verdächtigen wurde am Montag die Untersuchungshaft verhängt.

Die Polizei setzte ihre Ermittlungsarbeit fort. Neben ergänzenden Vernehmungen sollten auch die Leichen obduziert werden. Der Bruder des Verdächtigen, dem die Tatwaffe gehörte, konnte nicht erreicht werden. Er ist auf Reisen in Fernost. Warum der Verdächtige seine Aggression gegen die gesamte Familie richtete, ist unklar. „Diese Frage beantwortet er nicht, weshalb das so schnell nicht zu klären sein wird“, so der Chefermittler.

Die FPÖ hat den 25-Jährigen aus der Partei ausgeschlossen. „Fakt ist, dass der mutmaßliche Täter 2014 für zwei Monate als Jugendreferent Mitglied der Stadtparteileitung der FPÖ Kitzbühel war.“