Kitzbüheler Pfarrer spendet Trost

Welt / 09.10.2019 • 22:48 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Zahlreiche Menschen stehen nach Fünffachmord noch immer unter Schock.

Kitzbühel Der Pfarrer von Kitzbühel, Michael Struzynski, kann den Mord an fünf Menschen in der Stadt immer noch nicht fassen. „Ich habe keine Worte dafür. Im Grunde weint jeder, der auf der Straße geht“, beschrieb er die Stimmung in Kitzbühel. Sehr viele Menschen würden derzeit ins Pfarrhaus kommen, einfach nur um mit ihm zu reden, sagte er. Die Kitzbüheler suchen in dieser schweren Zeit seinen Rat, „aber als Seelsorger bin auch ich ohnmächtig. Ich verstehe auch nicht, wie so etwas passieren kann“. Die Stadt könne jetzt nur „miteinander das Kreuz tragen, auch mit der Familie des Täters“, meinte Struzynski, der sowohl die getötete 19-Jährige als auch den Täter getauft hatte. Ihn will der Pfarrer möglichst bald besuchen, um zu verstehen, wie es zu der schrecklichen Tat hatte kommen können.

Am Wochenende wird es am Freitag, Samstag und Sonntag jeweils um 18 Uhr Gelegenheit geben, um die verstorbene Familie bei einer Trauerstunde in der Pfarrkirche zu betrauern. Eine Art „Klagemauer“ wird aufgebaut, auf der Trauernde Zettel mit den eigenen Gedanken anbringen können. Die Beerdigung wird am Montag stattfinden.

Psychiatrisches Gutachten

Auch in den kommenden Tagen wird der Schauplatz des Verbrechens von den Ermittlern weiter genauestens unter die Lupe genommen. „Wir machen das sehr akribisch und lassen uns Zeit“, sagte LKA-Leiter Walter Pupp. Die Innsbrucker Staatsanwaltschaft wird ein psychiatrisches Gutachten über den 25-jährigen Beschuldigten in Auftrag geben, kündigte Staatsanwaltschaftssprecher Hansjörg Mayr an. Die Erstellung werde aber mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Die Mutter des 25-Jährigen hat indes mit der „Bild“-Zeitung gesprochen. Sie sagte gegenüber der Zeitung: „Es sind nicht fünf Menschen gestorben, sondern sechs. Unser Sohn ist auch gestorben.“

Kerzen und Blumen sollen an die Opfer erinnern. Viele Menschen suchen das Gespräch mit dem Pfarrer von Kitzbühel, Michael Struzynski. APA
Kerzen und Blumen sollen an die Opfer erinnern. Viele Menschen suchen das Gespräch mit dem Pfarrer von Kitzbühel, Michael Struzynski. APA