Kitzbühel trauert in Stille

Welt / 11.10.2019 • 22:26 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Auf einer Klagemauer aus Ziegelsteinen sind Fotografien der Opfer aufgestellt.apa
Auf einer Klagemauer aus Ziegelsteinen sind Fotografien der Opfer aufgestellt.apa

Immer noch große Betroffenheit nach der unfassbaren Tat.

Kitzbühel Die Betroffenheit nach dem Fünffachmord in Kitzbühel ist immer noch groß. In der Stadtpfarrkirche haben Angehörige und Bekannte der Opfer am Freitagabend in Stille getrauert. Pfarrer Michael Struzynski spendete mit seinen Worten Trost: „Wir werden bei jedem Sonnenaufgang und bei jedem Sonnenuntergang an euch denken“, sagte er bei einer Gedenkstunde.

Gedanken auf Papier

Die barocke Pfarrkirche war am Abend in Kerzenschein gehüllt. Nur eine leise Klaviermusik, begleitet von Streichern, war zu hören. Pfarrer Struzynski sprach in dieser Stunde nur wenig und lud die Anwesenden stattdessen ein, auf ein Stück Papier ihre Gedanken zu schreiben. Diese konnten anschließend in eine Art „Klagemauer“ – ein Konstrukt aus Ziegelsteinen – gelegt werden. Die Zettel sollen am Ende des Kirchenjahres verbrannt werden.

Einige der Trauernden kamen auch nach vorne nur um eine Kerze anzuzünden. Auf der Klagemauer waren Fotografien der Verstorbenen aufgestellt, auch Blumenkränze schmückten die Kirche. Der Kitzbüheler Pfarrer beklagte die unfassbare Tat und stellte fest: „Ratlosigkeit bleibt zurück“.

Gemeinsames Gebet

Die Gedenkstunde wurde mit dem gemeinsamen Beten des „Vater Unser“ geschlossen. Um den Trauernden Hoffnung auf ihrem Weg mitzugeben, wurde das Gedicht „Du stirbst im Herzen nicht“ von Friedrich Rückert verteilt. Noch heute, Samstag, und morgen, Sonntag, soll es jeweils von 18 bis 19 Uhr in der Stadtpfarrkirche eine Trauerstunde geben. Das Begräbnis der Kitzbüheler Familie findet am Montag um 14 Uhr statt. Der getötete Eishockeyspieler wird in seiner Heimat Oberösterreich beigesetzt. Die Angehörigen baten, in der Kirche von Foto-, Film- und Tonaufnahmen Abstand zu nehmen.