Kitzbühel verabschiedet sich

Welt / 14.10.2019 • 22:34 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Viele Trauernde kamen in den Innenraum der Kirche nicht hinein. Sie folgten unweit der Kirchenmauer auf dem angrenzenden Friedhof dem Trauergottesdienst. APA
Viele Trauernde kamen in den Innenraum der Kirche nicht hinein. Sie folgten unweit der Kirchenmauer auf dem angrenzenden Friedhof dem Trauergottesdienst. APA

Viele Trauernde bei Begräbnisgottesdienst für die Opfer des Fünffachmordes.

Kitzbühel Zahlreiche Angehörige, Freunde, Bekannte und Einwohner von Kitzbühel haben sich am Montagnachmittag bei einem Begräbnisgottesdienst von den fünf getöteten Menschen verabschiedet. „Es ist eine grausame, unfassbare Tat, die wie ein Schlag für Kitzbühel ist“, sagte der Stadtpfarrer Michael Struzynski in seinen Eröffnungsworten.

Bereits dreißig Minuten vor Beginn des Gottesdienstes war die Kitzbüheler Stadtpfarrkiche fast voll. Wenige Minuten später war an ein Hineinkommen in den Innenraum der Kirche nicht mehr zu denken. Im Altarraum wurde eine große Leinwand aufgestellt, auf die Bilder der Getöteten in Alltagssituationen projiziert wurden. Der Bruder von Nadine war unter anderem in einem seiner Autos zu sehen, Nadine lebenslustig mit Freunden und beim Feiern. Erinnerungen an die Verstorbenen bildeten auch den roten Faden der folgenden knapp 90 Minuten. Ein Freund der Eltern von Nadine und Kevin verlas Texte von Arbeitskollegen und Freunden. Die Eltern wurden von dem Vortragenden als überaus korrekt und ordnungsliebend beschrieben.

Auch in seiner Predigt wies der Pfarrer neuerlich darauf hin, wie „unfassbar“ diese Tat nach wie vor sei. Man könne eigentlich nur trauern und Trost suchen. In die Funktion der Trostspende stellte der Pfarrer diesbezüglich die Bibel, die Lesung aus dem Evangelium durchbrach im Anschluss die Erinnerungen an die Mordopfer. In den Fürbitten hingegen waren sie wieder omnipräsent. „Die Toten öffnen den Lebenden oft auch die Augen“, war kurz danach zu vernehmen.

Der Auszug aus der barocken Stadtkirche, unter anderem angeführt von Landeshauptmann Günther Platter und dem Kitzbüheler Bürgermeister Klaus Winkler, ging ruhig vonstatten. Die Beisetzung der Urnen fand im kleinen Kreis statt.