Vater im Fokus der Ermittler

Welt / 18.10.2019 • 22:43 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ein Sonderteam mit insgesamt 30 Beamten ist mit den Ermittlungen betraut worden. Die forensische Untersuchung des Bauernhofs wurde am Freitag fortgesetzt. AFP
Ein Sonderteam mit insgesamt 30 Beamten ist mit den Ermittlungen betraut worden. Die forensische Untersuchung des Bauernhofs wurde am Freitag fortgesetzt. AFP

Bargeld in niederländischem Bauernhof sichergestellt. Psychologen unterstützen Beamte.

Ruinerwold Im mysteriösen Fall um die isolierte Familie auf einem Bauernhof in den Niederlanden konzentrieren sich die Ermittlungen nun auf das Motiv. Vieles weist daraufhin, dass der festgenommene Vater eine sektenähnliche Gemeinschaft errichten wollte. Eine Sondereinheit von 30 Beamten ermittelt. Sie versuchen auch mit Hilfe von Psychologen festzustellen, was auf dem abgelegenen Hof in Ruinerwold seit 2010 geschehen ist. Der Vater sei ansprechbar, und auch mit den Kindern könne man kommunizieren, sagte ein Sprecher der Polizei. Der 67-Jährige war am Donnerstagabend festgenommen worden. Fünf seiner erwachsenen Kinder waren nach Aussagen der Polizei dabei und hätten „sehr heftig reagiert“. Beide verhafteten Männer stehen unter Verdacht, die sechs Kinder der Familie gegen deren Willen auf dem Gehöft im Dorf Ruinerwold festgehalten zu haben. Es besteht jeweils der Verdacht der Freiheitsberaubung, der Misshandlung und Geldwäsche. Letzteres Delikt wird den Verdächtigen zur Last gelegt, weil die Ermittler auch eine große Summe Bargeld auf dem Gelände sichergestellt hatten.

Bisher gibt es nur wenige Informationen über das Leben auf dem Hof. Die Familie hat neun Jahre lang in einem „abschließbaren Raum“ gewohnt, der in kleine Kämmerchen aufgeteilt war. Der Raum war hinter einem Schrank verborgen. Die vier Mädchen und zwei Jungen waren zwar ab und zu im Garten, haben aber nie das Gelände verlassen. Auch wenn sie nie zur Schule gegangen sind, können sie lesen und schreiben und sprechen Niederländisch. Und es gibt noch drei weitere ältere Kinder, die bereits vor einigen Jahren geflohen sein sollen.

Das isolierte Leben passt zu Ideen, die der Vater schon vor Jahren geäußert haben soll. Er gehörte in den 80er-Jahren der Vereinigungskirche des Koreaners Moon an. Die Sekte habe er dann verlassen, sagte der Generalsekretär der Vereinigungskirche. „Er verließ die Bewegung 1987 und begann, soweit wir wissen, seine eigene Gruppe.“