Dreck und Smog legen Delhi lahm

Welt / 04.11.2019 • 22:29 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Drei Hindu-Frauen beten am 3. November während des Chatth-Puja-Festes im Fluss Yamuna im Schaum zum Sonnengott. Reuters
Drei Hindu-Frauen beten am 3. November während des Chatth-Puja-Festes im Fluss Yamuna im Schaum zum Sonnengott. Reuters

Eingeschränkter Autoverkehr, Luftreiniger soll Indiens Wahrzeichen Taj Mahal schützen.

Neu-Delhi In Indiens Hauptstadt Neu Delhi hat dichter Smog das öffentliche Leben teilweise zum Stillstand gebracht: Schulen blieben am Montag geschlossen, Fahrverbote für Autos wurden verhängt und Baustellen stillgelegt. Der Regierungschef der Hauptstadtregion Delhi, Arvind Kejriwal, sagte in einem Video im Onlinedienst Twitter, die Luftverschmutzung sei „unerträglich“ geworden. Über die 20-Millionen-Stadt Neu-Delhi legt sich jeden Winter eine Smogglocke, verursacht durch Fahrzeug- und Industrieabgase sowie Bauern, die in der Umgebung der Hauptstadt abgeerntete Felder abbrennen.

„Überall ist Rauch, und die Menschen – Junge, Kinder und Alte – können kaum atmen“, sagte Kejriwal in dem Twitter-Video. Die Luftverschmutzung sei so schlimm, dass viele Menschen sogar über brennende Augen klagten. Kejriwals Regierung veranlasste ein Fahrverbot für die Hälfte der Autos der Millionenstadt. In Schulen findet schon seit Freitag kein Unterricht statt, die Behörden verteilten Atemschutzmasken an Schulkinder. Baumaßnahmen wurden vorerst bis Dienstag eingestellt.

Auch andere Teile des Landes sind von dem dichten Smog betroffen. Zum Schutz des berühmten Mausoleums Taj Mahal brachten die Behörden einen Luftreiniger zu Indiens wichtigstem touristischen Wahrzeichen, das rund 250 Kilometer südlich der Hauptstadt steht.

Am Sonntagmorgen begingen die Hindus das Ende des Chatth-Puja-Festes, bei dem Menschen in Delhi in das vergiftete Wasser des Flusses Yamuna (einer der wichtigsten Flüsse im Hinduismus) wateten, auf dem weißer, stinkender Schaum trieb. Die Gläubigen beteten den Sonnengott an. „Aber durch die völlig verdreckte Luft über der Stadt konnten sie die aufgehende Sonne nicht einmal sehen“, schreibt „Neu-Delhi TV“ auf seiner Homepage.