Eingeschlossene Kumpel gerettet

Welt / 08.11.2019 • 22:38 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Zwei Bergleute erlitten bei dem Unglück Verletzungen. Nach Stunden wurden die eingeschlossenen Kumpel gerettet. AP
Zwei Bergleute erlitten bei dem Unglück Verletzungen. Nach Stunden wurden die eingeschlossenen Kumpel gerettet. AP

36 Bergleute saßen nach einer Verpuffung stundenlang in rund 700 Metern Tiefe fest.

teutschenthal Nach einer Verpuffung in dem ehemaligen Kalisalz-Bergwerk Teutschenthal in Sachsen-Anhalt haben 36 Arbeiter stundenlang in rund 700 Metern Tiefe ausharren müssen. Zwei Bergmänner im Alter von 24 und 44 Jahren wurden bei dem Unglück in der heutigen Deponie am Freitag verletzt. Beide Verletzten wurden unverzüglich an die Oberfläche gebracht. Die übrigen Kollegen flüchteten sich in zwei unterirdische Sicherheitsräume, schilderte Erik Fillinger, technischer Geschäftsführer der Grube, am Freitag vor Journalisten. Sie wurden später allesamt wohlbehalten ans Tageslicht gebracht. Die Polizei nahm Ermittlungen wegen fahrlässiger oder vorsätzlicher Körperverletzung auf. Experten machten sich sofort an die Ursachensuche.

Grund für die Verpuffung war nach ersten Erkenntnissen des Landesbergamts ein explosives Gasgemisch gewesen, das sich in der Grube westlich von Halle/Saale gebildet hatte. Feuerwehr und Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot im Einsatz. Nach der Bergung aller Mitarbeiter begann noch am Freitag die Suche nach der Unglücksursache. Experten des Landesbergamts würden unter Tage fahren und mit Untersuchungen beginnen, sagte der Abteilungsleiter Bergbau, Uwe Schaar, in Halle. Die üblichen Arbeiten in der Grube würden so lange ruhen, bis die Ursache geklärt sei.

In der Grube Teutschenthal arbeiten nach Unternehmensangaben etwa 100 Menschen. Für die Anlage gebe es spezielle Sicherungs- und Rettungsszenarien, sagte Schaar. In den vergangenen 15 Jahren wurde das im Jahr 1982 stillgelegte Bergwerk umgebaut. Heute handelt es sich um ein sogenanntes Versatzbergwerk. Dort werden auf 14 Quadratkilometern Grundfläche Abfälle deponiert, um die Grube zu stabilisieren. Bis in die 1980er-Jahre waren dort Kali und Steinsalze abgebaut worden.