„Apokalyptische Zerstörung“

Welt / 13.11.2019 • 22:40 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Verheerendes Hochwasser in Venedig. Bürgermeister kündigt Notstand an.

Venedig Eine Kombination aus Schirokko-Wind und heftigen Niederschlägen haben in Venedig ein Hochwasser verursacht, das in der Nacht auf Mittwoch auf den höchsten Stand seit mehr als 50 Jahren gestiegen ist. 80 Prozent der Lagunenstadt waren überschwemmt, das Wasser drang in den Markusdom ein, prächtige Paläste wurden überflutet. Von „apokalyptischer Zerstörung“ sprach der Präsident der Region Venetien, Luca Zaia, der zusammen mit Venedigs Bürgermeister Luigi Brugnaro eine erste Bilanz der Überschwemmungen mit zwei Todesopfern zog. Bei den Toten handelt es sich um einen Pensionisten, der auf der Insel Pellestrina von einem Stromschlag getötet wurde. Ein zweiter Einwohner Pellestrinas wurde ebenfalls tot in seiner Wohnung aufgefunden. Hier wurde allerdings nicht ausgeschlossen, dass er eines natürlichen Todes gestorben ist.

Wegen des starken Sturms zerschellten Boote in den engen Kanälen, viele Gondeln waren schwer beschädigt. Bei den Verbindungen mit den Vaporetti kam es zu erheblichen Problemen. Kurz vor Mitternacht stieg das Wasser auf 187 cm über dem Meeresspiegel. Das sei der höchste Wert seit der verheerenden Überschwemmung im Jahr 1966, als 194 cm erreicht wurden. Der Markusplatz in der Unesco-Welterbe-Stadt war vollkommen überflutet. „Das sind die Folgen des Klimawandels“, sagte der Stadtchef.

Das Hochwasser beschädigte mehrere Kunstschätze der Stadt. Nach dem Eindringen des Wassers in die Markusbasilika wurden Schäden am Mauerwerk festgestellt. Das Wasser drang auch in die Krypta ein. Auch das Opernhaus „La Fenice“ stand laut Medien in Teilen unter Wasser. Die Stromversorgung und das Brandmeldesystem sind ausgefallen. Bürgermeister Brugnaro bezifferte die Schäden auf Hunderte Millionen Euro.

Die Gemeinde rief Touristen auf, nicht „aus Neugierde“ nach Venedig zu kommen, da die Lagunenstadt schwer belastet sei. „Venedig ist in die Knie gezwungen“, schrieb das Gemeinderatsmitglied Paola Marra.

Das Wasser drang auch in den Markusdom ein. Bürgermeister Luigi Brugnaro verschafft sich einen Überblick. RTS; AP
Das Wasser drang auch in den Markusdom ein. Bürgermeister Luigi Brugnaro verschafft sich einen Überblick. RTS; AP
A flooded St Mark's square is pictured during exceptionally high water levels in Venice, Italy November 13, 2019. REUTERS/Manuel Silvestri

A flooded St Mark’s square is pictured during exceptionally high water levels in Venice, Italy November 13, 2019. REUTERS/Manuel Silvestri

Auch der Markusdom steht unter Wasser. Bürgermeister Brugnaro verschafft sich einen Überblick. RTS; AP

Auch der Markusdom steht unter Wasser. Bürgermeister Brugnaro verschafft sich einen Überblick. RTS; AP

People walk across and take photos at the flooded St. Mark's Square after an exceptional overnight

People walk across and take photos at the flooded St. Mark’s Square after an exceptional overnight „Alta Acqua“ high tide water level, on November 13, 2019 in Venice. – Venice was hit by the highest tide in more than 50 years late November 12, with tourists wading through flooded streets to seek shelter as a fierce wind whipped up waves in St. Mark’s Square. (Photo by Marco Bertorello / AFP)

A general view shows a man crossing the flooded St. Mark's Square after an exceptional overnight

A general view shows a man crossing the flooded St. Mark’s Square after an exceptional overnight „Alta Acqua“ high tide water level, on November 13, 2019 in Venice. – Venice was hit by the highest tide in more than 50 years late November 12, with tourists wading through flooded streets to seek shelter as a fierce wind whipped up waves in St. Mark’s Square. (Photo by Marco Bertorello / AFP)

TOPSHOT - People walk past a stranded taxi boat on Riva degli Schiavoni, after it was washed away during an exceptional overnight

TOPSHOT – People walk past a stranded taxi boat on Riva degli Schiavoni, after it was washed away during an exceptional overnight „Alta Acqua“ high tide water level, early on November 13, 2019 in Venice. – Powerful rainstorms hit Italy on November 12, with the worst affected areas in the south and Venice, where there was widespread flooding. Within a cyclone that threatens the country, exceptional high water were rising in Venice, with the sirocco winds blowing northwards from the Adriatic sea against the lagoonÕs outlets and preventing the water from flowing back into the sea. At 22:40pm the tide reached 183 cm, the second measure in history after the 198 cm of the 1966 flood. (Photo by Marco Bertorello / AFP)