Babys, die die Welt schockierten

Welt / 24.11.2019 • 22:44 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
In vielen Ländern, so auch in Österreich, sind Eingriffe in die Keimbahn bisher verboten. dpa
In vielen Ländern, so auch in Österreich, sind Eingriffe in die Keimbahn bisher verboten. dpa

Vor einem Jahr gab Wissenschafter Geburt der ersten genmanipulierten Babys bekannt.

peking, berlin Am 25. November 2018 schockierte der chinesische Wissenschafter He Jiankui mit der Nachricht über die Geburt der Mädchen Lulu und Nana Fachwelt und Öffentlichkeit. Der Forscher hatte das Erbgut der mit künstlicher Befruchtung gezeugten Kinder manipuliert, bevor er die Embryonen in die Gebärmutter der Mutter übertrug. Er hatte die ersten genmanipulierten Babys geschaffen – ein absoluter Tabu-Bruch.

Schicksal der Babys unbekannt

Ein Jahr später ist vollkommen unklar, wie es den Mädchen geht. He hatte ihr Erbgut mithilfe der Genschere Crispr/Cas9 so manipuliert, dass sie vor einer Ansteckung mit HIV geschützt sind. Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete seit Jänner nicht mehr über den Fall. Damals hieß es lediglich, den Behörden sei die Identität der Kinder bekannt und sie blieben unter medizinischer Beobachtung. Gleiches galt für eine Frau, die mit einem dritten von He Jiankui veränderten Embryo schwanger war. Ob das Kind zur Welt kam, wurde nie mitgeteilt.

Wissenschafter verschwunden

Und was macht He Jiankui? Der Biophysiker ist aus der Öffentlichkeit verschwunden. Ein abschließender Bericht zu dem Fall steht noch immer aus. In einem vorläufigen Untersuchungsbericht der Regierung hieß es, He werde „entsprechend den Gesetzen und Regularien bestraft“. Was das bedeutet, blieb offen – von einer Festnahme zumindest war nicht die Rede. Die Universität in der südchinesischen Stadt Shenzhen, an der der Biophysiker forschte, hatte He kurz nach seiner Bekanntgabe gefeuert. Der dpa teilte die Universität nun mit, nichts über seinen Aufenthaltsort zu wissen. So mysteriös der Fall bleibt – die Forschung in dem Bereich geht weiter.