Beben erschüttert Albanien

Welt / 26.11.2019 • 22:56 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Rettungskräfte versuchen in Thumane, nordwestlich von Tirana, nach dem schwersten Erdbeben seit Jahrzehnten Verschüttete zu bergen. AFP
Rettungskräfte versuchen in Thumane, nordwestlich von Tirana, nach dem schwersten Erdbeben seit Jahrzehnten Verschüttete zu bergen. AFP

Mindestens 20 Tote und 600 Verletzte. Zahllose Menschen noch unter Trümmern vermutet.

Tirana Ein schweres Erdbeben hat am Dienstagmorgen den Westen Albaniens erschüttert. In Tirana, der Hafenstadt Durres und einigen Landgemeinden stürzten Häuser ein, liefen die Menschen in Panik auf die Straße. Mindestens 20 Menschen kamen ums Leben, bestätigte das Verteidigungsministerium. Regierungsstellen sprachen von mindestens 600 Verletzten. Zahllose Menschen wurden noch unter den Trümmern vermutet. Es war das schwerste Erdbeben seit Jahrzehnten in dem kleinen Balkanland. Die Erschütterung war weithin in der Region zu spüren, so etwa in Nordwestgriechenland, Südserbien und in Teilen Süditaliens. Die Polizei stellte 1900 Mann ab, um die Suche nach Verschütteten voranzutreiben. Die Europäische Union (EU) aktivierte ihren Katastrophenschutzmechanismus. Such- und Rettungsmannschaften aus Italien, Griechenland und Ungarn seien bereits auf dem Weg, teilte die EU-Kommission in Brüssel mit. Das Institut für Geowissenschaften in Tirana und das Deutsche Geoforschungszentrum in Potsdam gaben die Stärke des Bebens mit 6,3 an, die US-Erdbebenwarte (USGS) mit 6,4. Das Epizentrum lag nach albanischen Angaben zehn Kilometer nördlich von Durres und 30 Kilometer westlich von Tirana. Das Zentrum wurde in zehn Kilometer Tiefe im Adriatischen Meer lokalisiert.

„Mich riss es aus dem Schlaf, ich wusste nicht, wie mir war, ich spürte, dass sich mein Bett bewegte“, schilderte ein Bewohner der Hauptstadt Tirana sein Erlebnis. „Dann bemerkte ich, dass alles wackelte, dass die Wände knarrten“, sagte der Mann der Deutschen Presse-Agentur am Telefon. Mehrere Nachbeben folgten, darunter ein heftigeres um 07.00 Uhr früh mit der Stärke 5,5. Ministerpräsident Edi Rama reiste in die am schwersten betroffene Küstenstadt Durres, um sich ein Bild von der Lage zu machen.