„Musste ihn glücklich machen“

Welt / 02.12.2019 • 23:07 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Amerikanerin Virginia Giuffre sagte, sie erzähle keine schmutzige Sexgeschichte, sondern eine Geschichte des Menschenhandels und des Missbrauchs. ap
Die Amerikanerin Virginia Giuffre sagte, sie erzähle keine schmutzige Sexgeschichte, sondern eine Geschichte des Menschenhandels und des Missbrauchs. ap

Mutmaßliches Epstein-Opfer belastet Prinz Andrew in BBC-Interview erneut schwer.

London Eines der Opfer im Missbrauchsskandal um den US-Geschäftsmann Jeffrey Epstein hat erneut schwere Vorwürfe gegen den britischen Prinzen Andrew erhoben. Virginia Giuffre bekräftigte in einem BBC-Interview einmal mehr, sie sei drei Mal zum Sex mit dem Royal gezwungen worden, zwei Mal davon als 17-Jährige. Die Übergriffe sollen 2001 und 2002 stattgefunden haben. Der Prinz, der als Lieblingssohn von Königin Elizabeth II. gilt, streitet das ab.

Giuffre sagt, Andrew habe ihr in einem Londoner Nachtclub Wodka zu trinken gegeben. Dann habe er mit ihr tanzen wollen. „Er ist der abscheulichste Tänzer, den ich in meinem ganzen Leben gesehen habe“, sagte Giuffre. „Es war schrecklich.“ Andrew habe sehr stark geschwitzt: „Es regnete praktisch überall hin.“ Sie habe sich geekelt. „Aber ich wusste, ich musste ihn glücklich machen.“ Das hätten Epstein und dessen Freundin Ghislaine Maxwell von ihr erwartet. Später sei sie gedrängt worden, mit Andrew zu schlafen. Sie forderte die Öffentlichkeit auf, sie zu unterstützen. Sie sei ein Opfer von Menschenhandel geworden, so Giuffre.

„Geschichte über Missbrauch“

Ein Foto, das Andrew mit der damals 17 Jahre alten Virginia Giuffre im Haus von Maxwell in London zeigt, will der Prinz nicht wiedererkennen. Behauptungen, das Foto könnte manipuliert sein, bezeichnete Giuffre im BBC-Interview als „lächerlich“. „Es gibt nur einen von uns, der die Wahrheit sagt, und ich weiß: Das bin ich.“ Sie flehe die Briten an, ihr zu glauben. „Dies ist keine schmutzige Sexgeschichte. (…) Dies ist eine Geschichte über Missbrauch.“

Prinz Andrew war jahrelang mit Epstein befreundet. Der einschlägig vorbestrafte US-Amerikaner nahm sich im August 2019 in Untersuchungshaft das Leben. Ihm wurde vorgeworfen, Dutzende Minderjährige missbraucht zu haben.