Hitze, Dürren, Waldbrände

Welt / 03.12.2019 • 22:47 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Aktivisten werfen Rettungswesten in den Madrider Cibeles Brunnen. Reuters
Aktivisten werfen Rettungswesten in den Madrider Cibeles Brunnen. Reuters

UN-Klimakonferenz: 2010 bis 2019 das wohl heißeste Jahrzehnt der Geschichte.

Madrid Die Jahre 2010 bis 2019 gehen nach Einschätzung der UNO wohl als das heißeste Jahrzehnt in die Geschichte ein. Dies sei „ziemlich sicher“, so die Organisation gestern am Rande der Weltklimakonferenz in Madrid mit. Das Jahr 2019 zählt demnach voraussichtlich zu den drei wärmsten Jahren seit 1850, dem Beginn der systematischen Temperaturauswertungen. Allein 2019 habe die Temperatur nach Auswertung der bisherigen Daten um 1,1 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau gelegen, erklärte die Weltorganisation für Meteorologie (WMO).

Die WMO verwies auf zahlreiche Waldbrände, Hitzeperioden und Wirbelstürme. Nach dem Pariser Klimaabkommen soll die Erderwärmung auf möglichst 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter begrenzt werden. 2019 ist wohl das zweit- oder drittheißeste Jahr überhaupt. 2016 bleibt laut WMO in jedem Fall das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die Erderwärmung ist rund um den Globus sichtbar: Das Packeis in der Arktis schmilzt, die Gletscher in Grönland werden kleiner. Zudem gibt es immer wieder heftige Wetterphänomene – Überschwemmungen im Iran, Dürren in Australien und Zentralamerika, Hitzewellen in Europa und Australien, Waldbrände in Südamerika, Indonesien oder Sibirien. Extreme Hitze und Überschwemmungen, die einst nur „einmal im Jahrhundert“ aufgetreten seien, ereigneten sich nun regelmäßig, erklärte WMO-Generalsekretär Petteri Taalas.

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg ist nach ihrer Segelreise über den Atlantik zurück auf dem europäischen Festland. Der Katamaran „La Vagabonde“ lief in einen Hafen der portugiesischen Hauptstadt Lissabon ein, ehe sie nach knapp drei Wochen auf See mit ihrem Protestschild „Schulstreik fürs Klima“ unter dem Arm an Land ging. Wenn sie sich bereit fühle, werde sie zu einem großen Klimaprotest am Freitag in Madrid weiterreisen, so Thunberg.