Tuk-Tuks nicht erwünscht

Welt / 05.12.2019 • 22:21 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Ein Tuk-Tuk-Fahrer bahnt sich seinen Weg durch den Verkehr in Kairo. AP
Ein Tuk-Tuk-Fahrer bahnt sich seinen Weg durch den Verkehr in Kairo. AP

Tuk-Tuks sind in Ägypten ebenso zahlreich wie beliebt, besonders in ärmeren Stadtvierteln.

Kairo Autorikschas beherrschen seit zwei Jahrzehnten das Straßenbild in den ärmeren Vierteln von Kairo. Sie zwängen sich durch enge staubige Gassen, manövrieren um Abfalltonnen und Obststände herum, steuern durch das Chaos in der ägyptischen Hauptstadt. Millionen Einwohner benutzen die als Tuk-Tuks bekannten Fahrzeuge täglich, um zur Arbeit und nach Hause zu kommen.

Aber nun scheint Ägyptens Regierung entschlossen, die luftverschmutzenden dreirädrigen Fahrzeuge weitgehend von den Straßen zu verbannen. Das seit Langem vernachlässigte Transportsystem im Land soll modernisiert und Tuk-Tuks durch Kleinbusse ersetzt werden. „Das dient der Gesundheit und Sicherheit aller Ägypter“, sagt Chaled al-Kassim, Sprecher des Ministeriums für örtliche Entwicklung. „Wir schaffen ein schöneres Bild von unserem Land.“ Nach dem Plan sollen Besitzer ihre Tuk-Tuks zum Schrottwert verkaufen und dann Darlehen zum Erwerb der neuen Minibusse aufnehmen. Halten sie an ihren Rikschas fest, drohen Geldbußen oder Strafverfolgung. Aber viele der armen Besitzer, die mit ihrem Tuk-Tuk Geld zum Leben verdienen und ohnehin schon unter staatlichen Sparmaßnahmen leiden, fürchten, dass sie sich ein neues Fahrzeug gar nicht leisten können.

„Ich werde eher als Dieb arbeiten, als für diesen Minibus zu zahlen“, sagt Ehab Sobhi. Er verdient damit umgerechnet 7,20 Euro am Tag. „Wenn sie das Tuk-Tuk verbannen, dann trampeln sie auf den armen Leuten herum“, sagt der 52-Jährige. Schon unter Ex-Präsident Husni Mubarak sollte die Flut der Autorikschas eingedämmt werden: Ihr Betrieb wurde in den meisten der reichsten Kairoer Gegenden verboten. Aber die Regierung ließ die Lieferung von Tuk-Tuk-Bauteilen aus Südasien zu. Es war ein klassisches Beispiel für Ägyptens Schattenwirtschaft.