Brände nahe Sydney bilden Megafeuer

Welt / 06.12.2019 • 22:29 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Seit Wochen halten Buschbrände die Feuerwehr in Atem. Reuters
Seit Wochen halten Buschbrände die Feuerwehr in Atem. Reuters

Neue Warnungen vor massiven Buschfeuern in Australien.

Sydney In dem seit Wochen von Buschbränden heimgesuchten Südosten Australiens haben die Behörden neue Warnungen ausgegeben. Nahe der australischen Ostküstenmetropole Sydney sind mehrere Buschbrände in einem gewaltigen Feuer aufgegangen. Die Feuerwehr des Bundesstaates New South Wales sprach am Freitag von einem „Megafeuer“. Eine Gesamtfläche von 300.000 Hektar stehe in Flammen. Einer der Brandherde liege nur 75 Kilometer von Sydneys Stadtzentrum entfernt.

Am Freitagnachmittag hatte sich erneut eine dicke Rauchdecke auf die Metropole gesenkt. Dutzende Schulen blieben geschlossen, mehrere Sportveranstaltungen wurden abgesagt. Demnächst könnten Behördenangaben zufolge auch Strände geschlossen werden, sollte die Luftqualität weiterhin so schlecht bleiben. In mehreren Nationalparks der Region, darunter Wollemi, Yengo und Dharug, haben die Flammen schon verheerende Schäden hinterlassen.

Schlimme Luftverschmutzung

Die Umweltbehörde hatte in den vergangenen Tagen von einer der schlimmsten Luftverschmutzungen überhaupt gesprochen, die die Stadt derzeit erlebt. Im Bundesstaat brennen mehr als 100 Buschfeuer, mehr als 2800 Feuerwehrleute kämpfen gegen die Flammen. Dabei ist das Wetter weiter keine Hilfe: Die Meteorologiebehörde rechnet auch für die nächsten Tage mit Hitze, Trockenheit und Wind.

Unterdessen streiten sich Politiker im ganzen Land darüber, inwiefern die verheerenden Buschbrände mit dem Klimawandel zusammenhängen. Premierminister Scott Morrison, ein starker Befürworter der Kohleindustrie, bezeichnete die Debatten als „nicht hilfreich“. Das Letzte, was die Bevölkerung in der Krise brauche, sei das Geschrei von Politikern gegeneinander. Australische Wissenschafter dagegen gehen von einem deutlich gestiegenen Brandrisiko durch den Klimawandel aus. In einem Bericht des Wetterdienstes hieß es im vergangenen Jahr, der Klimawandel trage zur Verlängerung der Brandsaison bei. Tatsächlich brachen die ersten Feuer in diesem Jahr bereits im Oktober aus – gerechnet hatte man damit erst im Dezember.