Eisschild schmilzt dramatisch

Welt / 10.12.2019 • 22:47 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Fortschreitende Eisschmelze bereitet nicht nur zahlreichen renommierten Wissenschaftern und Experten Sorgen. AFP
Fortschreitende Eisschmelze bereitet nicht nur zahlreichen renommierten Wissenschaftern und Experten Sorgen. AFP

Eisschwund in Grönland ließ Meeresspiegel um beinahe elf Millimeter steigen.

Leeds Das schmelzende Eisschild Grönlands hat den weltweiten Meeresspiegel seit 1992 um 10,6 Millimeter steigen lassen. Das zeigen Ergebnisse einer umfangreichen Untersuchung, die sich auf 26 verschiedene Satellitenmessreihen stützt. Von 1992 bis 2018 seien etwa 3800 Milliarden Tonnen Eis geschmolzen und ins Meer geflossen, schreiben Wissenschafter. Bei Fortsetzung des Trends könnte das schmelzende Grönlandeis bis 2100 etwa 20 Zentimeter zum Anstieg des Meeresspiegels beitragen, berichten die 96 Forscher von 50 internationalen Organisationen. Gemessen wurden die Höhe der Gletscher, ihre Fließgeschwindigkeit und die Schwerkraft. Die Forscher kombinierten die Daten unter Verwendung verschiedener Modelle, etwa zur Bodenhebung wegen der abnehmenden Eislast oder zur Massenbilanz an der Eisoberfläche. Damit erstellten sie das bisher vollständigste Bild des Eisverlusts. Die Messreihen zeigen die Veränderungen seit Anfang der 1990er-Jahre. Waren es von 1992 bis 1997 etwa 18 Milliarden Tonnen Eis, die jährlich ins Meer abflossen, so schmolzen von 2012 bis 2017 jedes Jahr  239 Milliarden Tonnen des Eisschildes, etwa das 13-Fache. Zwischendurch war die Rate noch höher, mit dem Höhepunkt im Jahr 2011, als 335 Milliarden Tonnen Eis abschmolzen. Durch Veränderungen der Luftdruckverhältnisse über dem Nordatlantik habe sich der Verlust ab 2012 abgeschwächt. Etwa 52 Prozent des Eisverlustes kommen durch das Abschmelzen an der Eis­oberfläche und dem Schmelzwasser zustande. 48 Prozent stammen von der zunehmenden Fließgeschwindigkeit der Gletscher und dem vermehrten Kalben am Meer. Insgesamt bewege sich die Schmelze eher im Bereich der schnelleren Erderwärmung, die der Weltklimarat (IPCC) in seinen Prognosen aus dem Jahr 2014 veröffentlicht hat. Bei andauernder Entwicklung könnte das schmelzende Eis bis 2100 etwa 20 Zentimeter zum Anstieg des Meeresspiegels beitragen.