49 Journalisten getötet

Welt / 17.12.2019 • 22:43 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Reporter protestierten am 1. Oktober mit Dummys vor der saudischen Botschaft. Der Fall des getöteten Jamal Khashoggi jährte sich zum ersten Mal. AFP
Reporter protestierten am 1. Oktober mit Dummys vor der saudischen Botschaft. Der Fall des getöteten Jamal Khashoggi jährte sich zum ersten Mal. AFP

Reporter leben weltweit weiterhin gefährlich.

Berlin Fast die Hälfte der weltweit knapp 400 Journalisten hinter Gittern ist nach Angaben der Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) allein in China, Ägypten und Saudi-Arabien inhaftiert. Dort hätten die Regierungen den Druck auf Medienleute weiter verschärft, erklärte ROG-Vorstandssprecher Michael Rediske anlässlich der Jahresbilanz zur Pressefreiheit in Berlin. Laut ROG sind in China allein 120 Medienschaffende im Gefängnis. Mehr als 40 Prozent davon seien Bürgerjournalisten, die trotz der verschärften Zensur versucht hätten, über die sozialen Netzwerke unabhängige Informationen zu verbreiten. Die meisten der 2019 hinzugekommenen Gefangenen gehörten der muslimischen Minderheit der Uiguren an. Mindestens 49 Journalisten und andere Medienschaffende wurden laut ROG seit Jahresbeginn weltweit wegen ihrer Arbeit getötet – weit mehr als die Hälfte von ihnen in fünf Ländern: Syrien, Mexiko, Afghanistan, Pakistan und Somalia. Zwar seien deutlich weniger Medienschaffende in bewaffneten Konflikten ums Leben gekommen als in früheren Jahren. Ein Land im Friedenszustand wie Mexiko sei aber heute für Journalisten ebenso gefährlich wie das Bürgerkriegsland Syrien, sagte Rediske weiter. Die Länder mit den meisten getöteten Journalisten waren Syrien (10 Medienschaffende getötet), Mexiko (10), Afghanistan (5), Pakistan (4) und Somalia (3). In ganz Lateinamerika wurden 14 Journalisten getötet.

Derzeit seien 389 Medienschaffende aufgrund ihrer Tätigkeit im Gefängnis, 12 Prozent mehr als 2018, teilte die Organisation weiter mit. Von den inhaftierten Journalisten sitze fast die Hälfte in drei Ländern hinter Gittern: in China (120), Ägypten (34) und Saudi-Arabien (32). In Ägypten und Saudi-Arabien seien die meisten Inhaftierten ohne Urteil oder Anklage im Gefängnis.