Vogel mit begehrtem Horn

Welt / 20.12.2019 • 22:31 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Aus dem Horn des Schildschnabels werden Ringe, Amulette und andere Schmuckstücke gemacht.AP
Aus dem Horn des Schildschnabels werden Ringe, Amulette und andere Schmuckstücke gemacht.AP

Beliebte Beute von Wilderern. Der Schildschnabel ist vom Aussterben bedroht.

Bangkok Ein elfenbeinartiges Horn über einem großen, gelb-roten Schnabel: Diese Besonderheit hat den Schildschnabel zur begehrten Beute von Wilderern gemacht. Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft den exotischen Vogel mit dem wissenschaftlichen Namen Rhinoplax vigil inzwischen als vom Aussterben bedrohte Art ein. Die Population des in Indonesien, Malaysia, Teilen Myanmars sowie im Süden Thailands vorkommenden Tieres schrumpft“. Aktuell leben weniger als 100 der Vögel in den thailändischen Wäldern“, erklärt Kaset Sutacha, Vorsitzender der Vogelschutzgesellschaft des Landes und Leiter einer Wildtierklinik an der Tiermedizinischen Fakultät der Kasetsart-Universität in Bangkok.

Die Nachfrage nach dem unverwechselbaren Horn des Schildschnabels, das die Männchen im Kampf einsetzen, kommt vor allem aus China, aber auch aus Laos und Thailand. Aus dem Material werden dort Ringe, Anhänger und andere Schmuckstücke gefertigt.

Die meisten Nashornvogel-Arten verfügen über hohle Hornaufsätze. Beim Schildschnabel ist das Horn aber ein harter und massiver Block, der auf dem Schwarzmarkt als „rotes Elfenbein“ bezeichnet wird. Nach Angaben der in London ansässigen Nichtregierungsorganisation Environment Investigation Agency ist der Schwarzmarktpreis dafür bis zu fünf Mal höher als für Stoßzähne von Elefanten.

Die Organisation Traffic stieß in thailändischen Facebook-Gruppen in den vergangenen fünf Jahren nach eigenen Angaben auf mindestens 546 Nashornvogel-Teile, zumeist Hörner von Schildschnäbeln. Laut Beobachtungen der thailändischen Vogelschutzgesellschaft geht die Zahl der Schildhornvögel seit 40 Jahren auch aufgrund von Abholzung und Klimawandel zurück. „Wenn wir die Wilderei weiter zulassen, wird die gesamte Art in Thailand binnen kürzester Zeit ausgerottet sein“, sagt Kaset.