Tierische Gewinner und Verlierer

Welt / 27.12.2019 • 22:53 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Bei den schweren Buschbränden in Australien sind über 2000 Koalas verbrannt. Laut WWF ist ihre Zahl in den vergangenen 25 Jahren um rund ein Drittel geschrumpft. AFP
Bei den schweren Buschbränden in Australien sind über 2000 Koalas verbrannt. Laut WWF ist ihre Zahl in den vergangenen 25 Jahren um rund ein Drittel geschrumpft. AFP

Derzeit sei das „größte Artensterben seit Verschwinden der Dinosaurier“ im Gange.

Berlin Mehr als 30.000 Tiere sind auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN als bedroht vermerkt. Rund 6400 davon sind vom Aussterben bedroht. Derzeit sei das „größte Artensterben seit Verschwinden der Dinosaurier“ im Gange, erklärte die Umweltstiftung WWF am Freitag zum Erscheinen ihrer neuen Liste der Gewinner und Verlierer im Tierreich 2019.

Als Verlierer sieht der WWF Eisbären, Sumatra-Nashörner und Koalas. Den Tieren geht es laut WWF in einigen Regionen deutlich schlechter. Insgesamt könnte ein Drittel der globalen Population bis 2050 verschwinden. Schuld daran sei vor allem die Klimakrise. So leben demnach beispielsweise in der nördlichen Hudson Bay noch 842 Tiere. Das letzte Sumatra-Nashorn Malaysias starb im November. Der Lebensraum der Tiere war enorm geschwunden, weil der Wald für Palmölplantagen, Papierproduktion und Bergbau in den vergangenen Jahrzehnten gerodet wurde. Bei Buschbränden in Australien sind seit Oktober mehr als 2000 Koalas verbrannt. Große Flächen an Eukalyptuswäldern, Lebensraum und gleichzeitig Nahrungsgrundlage der Koalas, sind niedergebrannt.

Als Gewinner sieht der WWF Goldschakale, Saiga-Antilopen und Hirschferkel. Der kleine Bruder des Wolfes verlässt den warmen Südosten Europas und besiedelt Gebiete in Mitteleuropa. Das ist nach Ansicht des WWF eine Konsequenz der Erderhitzung. Vor knapp drei Jahren starben Tausende mongolische Saiga-Antilopen an einer Viruserkrankung. Nun zeigen einige Tiere Immunität gegen das Virus. Im November sichteten Forscher erstmals nach 30 Jahren wieder ein Vietnam-Kantschil (Hirschferkel). Wie viele Tiere der Art in der Region lebten, war zunächst nicht bekannt. Der letzte bekannte Artgenosse des Tieres war im Jahr 1990 von einem Jäger erschossen worden.