Flucht vor den Flammen

Welt / 03.01.2020 • 22:33 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Im Küstenort Mallacoota, wo Urlauber und Bewohner an den Strand geflüchtet waren, brachte die Marine Eingeschlossene in Sicherheit. AFP
Im Küstenort Mallacoota, wo Urlauber und Bewohner an den Strand geflüchtet waren, brachte die Marine Eingeschlossene in Sicherheit. AFP

Im Südosten Australiens herrscht Katastrophenalarm.

canberra Tausende Menschen in den Katastrophengebieten Australiens sind auf der Flucht vor den verheerenden Buschbränden. In den Bundesstaaten New South Wales und Victoria mussten mehrere Städte evakuiert werden, darunter beliebte Touristenorte. Am Freitag bildeten sich lange Staus, das Benzin wurde knapp. Die Polizei eskortierte die Autos aus den Feuergebieten. Im Küstenort Mallacoota, wo Urlauber und Bewohner an den Strand geflüchtet waren, brachte die Marine Eingeschlossene in Sicherheit – Bilder zeigen Szenen wie aus einem staubigen Wüstensturm. Auch private Fischerboote halfen, die festsitzenden Bewohner mit Wasser zu versorgen und Menschen in Sicherheit zu bringen. In New South Wales ist es bereits das dritte Mal in dieser Brandsaison, dass der Notstand verhängt wurde, für Victoria ist es das erste Mal in der Geschichte des Bundesstaates. Dort allein werden nach Angaben der Regierung 28 Menschen vermisst. Die für Katastrophen zuständige Ministerin Lisa Neville rief die Bewohner dringend dazu auf, die Feuergebiete zu räumen. „Sie sollten weg, um Ihr Leben zu retten. Wenn Sie das nicht tun, schicken wir die Polizei, damit Sie diese Botschaft verstehen.“ Der Ausnahmezustand erlaubt Zwangsevakuierungen. Die gab es aber laut Polizei bislang nicht.

Die Buschfeuer auf dem Kontinent wüten bereits seit Oktober. Am Samstag könnte sich die Lage bei Temperaturen von bis zu 46 Grad weiter zuspitzen. In New South Wales und Victoria wüteten am Freitag fast 200 Feuer, landesweit waren es mehr als 300. Wissenschaftler schätzen, dass bislang Hunderte Millionen Tiere umkamen. In Australien sind die Feuer auch ein Politikum. Premierminister Scott Morrison, ein Kohle-Förderer, betrachtet die Brände als Naturkatastrophe und lehnt es ab, seine Klimapolitik zu ändern.