Iran bestreitet Abschuss

Welt / 10.01.2020 • 22:38 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Noch immer ist die Unglücksursache für den Absturz mit 176 Toten unklar. AP
Noch immer ist die Unglücksursache für den Absturz mit 176 Toten unklar. AP

Die Suche nach der Ursache des Flugzeugabsturzes dauert an.

Teheran Das im Iran abgestürzte ukrainische Passagierflugzeug ist nach Erkenntnissen mehrerer westlicher Staaten vermutlich abgeschossen worden. Es gebe Hinweise aus verschiedenen Geheimdienstquellen, die auf eine iranische Boden-Luft-Rakete hindeuteten, sagte der kanadische Ministerpräsident Justin Trudeau. Teheran wies diese Angaben zurück. Flugbehördenchef Ali Abedsadeh forderte die USA und Kanada am Freitag auf, ihren Verdacht öffentlich zu belegen. Trudeau sagte, die These fuße auf Erkenntnissen kanadischer und anderer Geheimdienste. Möglicherweise sei der Abschuss ein Versehen gewesen. Ähnlich äußerten sich der britische Premier Boris Johnson und dessen australischer Kollege Scott Morrison. US-Außenminister Mike Pompeo meinte: „Wir glauben, dass es wahrscheinlich ist, dass dieses Flugzeug durch eine iranische Rakete abgeschossen wurde.

„Nach Überzeugung mehrerer EU-Länder hängt der Flugzeugabsturz eng mit dem kriegerischen Konflikt zwischen den USA und dem Iran zusammen. Bei einem Krisentreffen in Brüssel wegen der jüngsten Spannungen im Nahen Osten erklärten die Außenminister einiger EU-Staaten am Freitag, sie gingen von einem versehentlichen Raketenbeschuss des Flugzeugs aus. Beim Absturz der Maschine der Ukrainian International Airlines nahe Teheran kamen in der Nacht zum Mittwoch alle 176 Insassen um, unter ihnen mindestens 63 Kanadier. Der iranische Flugbehördenchef Abedsadeh erklärte am Freitag, es könne mit Sicherheit gesagt werden, dass keine Rakete das Flugzeug getroffen habe. Der Leiter des iranischen Ermittlerteams, Hassan Resaeifar, prophezeite, allein die Bergung der Daten der beiden Flugschreibern könne mehr als einen Monat dauern.

Die staatliche Nachrichtenagentur Irna zitierte einen Außenamtssprecher mit den Worten, der Iran habe sowohl die Ukraine als auch den Flugzeughersteller Boeing eingeladen, sich an den Ermittlungen zu beteiligen. Ukrainische Ermittler erhielten zwischenzeitlich Zugang zu den Trümmern. Auch die französische Ermittlungsbehörde für Unfälle im Luftverkehr wurde nach eigenen Angaben zu Untersuchungen eingeladen. Das Triebwerk der Unglücksmaschine wurde von einem französisch-amerikanischen Unternehmen entwickelt.