Greta gibt in Davos den Ton an

Welt / 14.01.2020 • 22:42 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Wie im Vorjahr will Greta Thunberg Unternehmern und Managern beim WEF ins Gewissen reden. AP
Wie im Vorjahr will Greta Thunberg Unternehmern und Managern beim WEF ins Gewissen reden. AP

Wenn es nach der Klimaktivistin geht, soll das WEF zum Weltklimaforum werden.

Davos Das 50. Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums (WEF) hat noch gar nicht begonnen, doch der Ton ist schon gesetzt – und er kommt nicht vom Ausrichter. Es ist die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg, die klarmacht, was bei der Veranstaltung (21. bis 24. Januar) in Davos passieren soll. „Wir verlangen“, schreibt Thunberg im Namen der weltweiten Klimabewegung in einem offenen Brief in der britischen Zeitung „Guardian“, dass alle Teilnehmer, ob Unternehmen, Organisationen oder Regierungen, „unverzüglich und vollständig“ alle Investitionen in fossile Brennstoffe beenden. Bereits im Vorjahr wurde Thunberg zum Gesicht des WEF-Jahrestreffens. „Ich will, dass Ihr in Panik geratet“, denn das gemeinsame Haus Erde stehe in Flammen, hatte die heute 17-Jährige den 3000 Teilnehmern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zugerufen.

Das WEF will die Aktivistin unterstützen, sich selbst aber vor Vereinnahmung schützen. „Wir haben sie wieder eingeladen, aber wir müssen aufpassen, dass wir nicht zum Werkzeug für den Hype werden, der um sie herum entstanden ist“, sagte WEF-Gründer Klaus Schwab vor Kurzem der Zeitung „Die Welt“. Wichtig sei, den Blick zu weiten. „Es geht nicht um Greta allein, es geht um die Sorge einer ganzen Generation, dass wir nicht genug tun, um unsere Umwelt so zu erhalten, dass sie uns auch weiterhin Freude machen wird.“ Das Jubiläumstreffen ist in insgesamt sieben Themenbereiche gegliedert. Doch das Augenmerk gilt außer der Geopolitik mit ihren schweren Krisen oder dem Kampf gegen den Terrorismus besonders dem Klima. „Wir wollen nicht, dass diese Dinge bis 2050, 2030 oder sogar 2021 getan werden“, schreibt Thunberg den Davos-Teilnehmern ins Stammbuch. „Wir wollen, dass sie jetzt erledigt werden – ,jetzt‘ wie in ,genau jetzt‘.“