Sexskandal um Heimkinder erschüttert Mallorca

Welt / 15.01.2020 • 22:39 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Palma Ein Skandal um sexuellen Missbrauch von Heimkindern erschüttert Mallorca. Auf der Urlaubs- und Partyinsel wurden sie wegen Tatenlosigkeit von Behörden jahrelang zur Prostitution verleitet, wie Sozialarbeiter jetzt beklagen. Die Affäre löste in Palma und in ganz Spanien Empörung und Entsetzen aus. Die Madrider Zeitung „El Mundo“ schrieb am Mittwoch nach Aussagen eines 13-jährigen Opfers bei der Polizei in Palma von einem „Abstieg zur Hölle“, von einer „gefährlichen Spirale von Sex und Drogen“.

Die zuständige mallorquinische Sozialbehörde IMAS hatte am Dienstag nach mehreren Anzeigen und Medienberichten eingeräumt, man habe von mehreren Fällen Kenntnis. 16 Heimbewohner – 15 Mädchen und ein Junge – seien den Erkenntnissen zufolge zur Prostitution verleitet worden, bestätigte ein Sprecher. Sozialarbeiter, die am Mittwoch von der Zeitung „Diario de Mallorca“ zitiert wurden, bezeichneten diese Zahl als stark untertrieben.

Sie kritisierten die Behörden scharf. „Seit mehr als drei Jahren zeigen wir diese Zustände an. Aber das IMAS hat keine Maßnahmen ergriffen“, sagte einer der Sozialarbeiter. In manchen Heimen würden nahezu alle minderjährigen Heimbewohnerinnen zur Prostitution verleitet, hieß es. Betroffen seien vorwiegend 13- bis 17-Jährige. Sie alle haben keine Eltern oder stammen aus sehr schwierigen Verhältnissen – und sind deshalb für Manipulation besonders anfällig.