Lungenkrankheit breitet sich aus

Welt / 20.01.2020 • 22:52 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Mit der gerade laufenden Reisewelle zum chinesischen Neujahrsfest am kommenden Samstag wächst die Gefahr einer Übertragung infektiöser Krankheiten. AP
Mit der gerade laufenden Reisewelle zum chinesischen Neujahrsfest am kommenden Samstag wächst die Gefahr einer Übertragung infektiöser Krankheiten. AP

Chinesischer Experte geht bei Coronavirus von Mensch-zu-Mensch-Übertragung aus.

PEking Das in China um sich greifende Coronavirus kann offenbar von Mensch zu Mensch übertragen werden. In der südchinesischen Provinz Guangdong hätten sich zwei Personen bei Familienan­gehörigen mit dem Virus angesteckt, sagte Zhong Nanshan, der Chef eines von der Regierung ernannten Expertenteams, Staatsmedien zufolge am Montag. Die Zeitung „China Daily“ berichtete, mehrere Krankenhausmitarbeiter seien positiv auf das Virus getestet worden.

Eine Übertragung von Mensch zu Mensch bedeutet, dass sich das Virus schneller ausbreiten könnte. Es grassiert bereits stark. Rund 220 Menschen hätten sich angesteckt, teilten die Behörden mit. In der zentralchinesischen Stadt Wuhan, wo das Virus mutmaßlich erstmals aufgetreten ist, wurden 136 zusätzliche Fälle bestätigt. Am Wochenende starb eine dritte Person. Die chinesische Regierung will ein ähnliches Szenario wie bei der Sars-Pandemie von 2002 und 2003, bei der mehr als 800 Menschen starben, verhindern.

Erstmals wurden Infektionen im Norden wie auch im Süden Chinas nachgewiesen. Zudem gibt es Nachweise bei Menschen in Thailand, Japan und Südkorea, die zuvor in Wuhan waren. In Europa wurden bisher keine von Reisenden eingeschleppten Fälle bekannt. Italien hat Kontrollen am Flughafen in Rom eingeführt.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihren Notfallausschuss einberufen. Die Experten sollen am Mittwoch darüber beraten, ob eine Gesundheitsnotlage ausgerufen werden soll. Ruft die WHO einen internationalen Gesundheitsnotstand aus, empfiehlt sie damit schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Seuche. Dazu können Grenzkontrollen oder das Einrichten von spezialisierten Behandlungszentren gehören.