Coronavirus fordert weitere Tote

Welt / 22.01.2020 • 22:50 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Alle Flüge und Züge aus Wuhan wurden am Mittwoch gestoppt. Die Bewohner dürfen die Millionenstadt nur noch mit einer Sondergenehmigung verlassen.AP
Alle Flüge und Züge aus Wuhan wurden am Mittwoch gestoppt. Die Bewohner dürfen die Millionenstadt nur noch mit einer Sondergenehmigung verlassen.AP

Die neue Lungenkrankheit greift in China um sich. Erster Fall in den USA.

Peking Mit gut 200 Nachweisen binnen eines Tages ist die Zahl erfasster Fälle einer neuartigen Lungenerkrankung in China erneut deutlich gestiegen. Die Zahl der Todesfälle stieg auf 17, wie Chinas Staatsrat am Mittwoch berichtete. Bis zum Abend waren über 540 nachweislich mit dem Coronavirus Erkrankte erfasst. Alle Flüge und Züge aus der Millionenstadt Wuhan wurden am Mittwoch gestoppt, wie der staatliche Fernsehsender CCTV unter Berufung auf den Krisenstab in Wuhan berichtete. Die Bewohner der Stadt, in der das Virus zuerst aufgetreten war, dürfen ab Donnerstag um 10 Uhr (Ortszeit) nur noch mit einer Sondergenehmigung verlassen.

China warnt vor einer möglichen Mutation des neuartigen Coronavirus, der sich dann stärker ausbreitet. Die Sorgen vor einer Ausbreitung des Virus werden durch den intensiven Reiseverkehr rund um das chinesische Neujahrsfest am kommenden Samstag gesteigert. Jedes Jahr sind zum Neujahrsfest Hunderte Millionen Chinesen im Land unterwegs. Nach chinesischen Angaben ist das Virus von Mensch zu Mensch übertragbar. Außerhalb Chinas wurden weitere Infektionen bekannt. Erstmals wurde ein Fall in den USA gemeldet. Die Krankheit war zuvor in Japan, Südkorea, Taiwan und Thailand nachgewiesen worden – bisher stets bei Menschen, die sich zuvor in China aufgehalten hatten. In Europa gibt es bislang keine Nachweise.

Experten sind überzeugt, dass Reisende die neue Lungenkrankheit zumindest vereinzelt auch nach Europa bringen werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte wegen der Lungenkrankheit ihren Notfallausschuss einberufen, aber vorerst noch keine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ ausgerufen. Die Krisensitzung wurde  unterdessen bis Donnerstag verlängert.