Millionen in Quarantäne

Welt / 26.01.2020 • 22:49 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
An vielen internationalen Flughäfen - wie hier in Los Angeles - tragen Menschen Atemschutzmasken aus Angst vor dem Coronavirus.  afp
An vielen internationalen Flughäfen – wie hier in Los Angeles – tragen Menschen Atemschutzmasken aus Angst vor dem Coronavirus.  afp

Immer mehr Tote durch Coronavirus. Neuer Verdachtsfall in Wien.

wien, peking Noch vor einer Woche spielten Chinas höchste Gesundheitswächter die Gefahr herunter. Die neue Lungenkrankheit sei „vermeidbar und kontrollierbar“, wurde beschwichtigt. Heute herrscht praktisch Notstand, das neue Coronavirus hat fast jede Ecke des Riesenreichs erreicht. Rund 45 Millionen Menschen – mehr als die Hälfte der Bevölkerung Deutschlands – sind in 14 Metropolen der Provinz Hubei weitgehend von der Außenwelt abgeschottet. Der Nah- und Fernverkehr, Züge und Flüge sind eingestellt. Die Krankenhäuser der Stadt waren am Wochenende offenbar völlig überfordert.

Bis Sonntag waren in China rund 2000 Infektionen bestätigt, die Zahl der Todesopfer stieg auf 56. Wie groß die Gefahr eingeschätzt wird, demonstriert auch die Verschiebung der nationalen Winterspiele, die eigentlich eine wichtige Vorbereitung auf die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking werden sollten.

Neuer Verdachtsfall in Wien

Das Virus wurde auch außerhalb Chinas gemeldet. Insgesamt wurden 38 Infektionen in den USA, Australien, Japan, Südkorea, Thailand, Vietnam, Singapur, Nepal und Taiwan inzwischen bestätigt. In Wien gab es am Sonntag erst eine Entwarnung und schließlich einen neuen Verdachtsfall. Bei einer chinesische Flugbegleiterin mit Verdacht auf eine Infektion mit dem Virus konnte Entwarnung gegeben werden. Kurz darauf gab es in Wien jedoch einen neuen Verdachtsfall. Wie der ärztliche Direktor des Wiener Krankenstaltenverbandes, Michael Binder, am Sonntagabend in der ORF-TV-Sendung „Im Zentrum“ sagte, wurde eine chinesische Staatsbürgerin im Spital aufgenommen. Die neue Patientin lebt in Österreich, war aber im Krisengebiet in China auf Urlaub. Sie wies Symptome wie Fieber auf. Ob sie tatsächlich an dem Coronavirus erkrankt ist, soll heute geklärt werden.

Virus überträgt sich schnell

Das Coronavirus überträgt sich einer Studie zufolge relativ rasch. Experten des Imperial College London berechneten, dass ein infizierter Mensch bis zum 18. Jänner durchschnittlich 2,6 weitere Personen angesteckt haben könnte. Chris Whitty, der die Regierung in Gesundheitsfragen berät, geht von einem langen Kampf gegen das Virus aus.