„Höhepunkt kommt erst“

Welt / 29.01.2020 • 22:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ein Flugzeug wird am Flughafen Bangkok desinfiziert, um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. AFP
Ein Flugzeug wird am Flughafen Bangkok desinfiziert, um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. AFP

Zahl der Patienten mit Coronavirus in China steigt. Airlines streichen Flüge.

Peking Trotz drastischer Maßnahmen steigt in China die Zahl der Patienten mit der neuen Lungenkrankheit weiter deutlich an. Innerhalb eines Tages kletterte sie dort um 1459 bekannte Fälle. Damit sind weltweit mehr als 6000 Patienten registriert. Die Gesamtzahl der Todesfälle in China stieg um 26 auf 132. Während es außerhalb der Volksrepublik etwas mehr als 80 nachgewiesene Infektionen gibt, zählte die Gesundheitskommission in Peking bis Mittwoch 5951 Patienten allein in China. Es gibt fast 10.000 Verdachtsfälle. Die Epidemie wird nach Einschätzung eines führenden chinesischen Lungenexperten erst in sieben bis zehn Tagen einen Höhepunkt erreichen. Wie der Chef des Expertenteams im Kampf gegen das Virus, Zhong Nanshan, sagte, sind „frühe Entdeckung und frühe Isolation“ entscheidend, um das Virus in den Griff zu bekommen.

Als Konsequenz streichen nun immer mehr Airlines ihre Flüge von und nach China, darunter auch die Lufthansa und ihre Töchter Swiss und Austrian Airlines. Die Maßnahme gilte bis zum 9. Februar.

Weitere Verdachtsfälle

Drei mögliche Coronavirus-Verdachtsfälle sind am Mittwoch in der Steiermark bekannt geworden. Die steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft bestätigte Medienberichte, wonach in ihren Spitälern seit vergangener Woche insgesamt acht Mal Verdacht bestand. In fünf Fällen gab es nach den Tests Entwarnung, in drei Fällen wird noch auf Ergebnisse gewartet. Zudem wurden in Südtirol zwei Coronavirus-Verdachtsfälle gemeldet, in Finnland ist erstmals eine Infektion bestätigt worden.

Australische Forscher berichteten indes von einem „bedeutenden Durchbruch“ auf der Suche nach einem Gegenmittel. Im Labor des Peter Doherty Institut für Infektionen und Immunität in Melbourne gelang es, das Virus nachzuzüchten. Nun könne in Zusammenarbeit mit anderen Instituten und der Weltgesundheitsorganisation an einem Gegenmittel gearbeitet werden.