Neue Mission zur Sonne

Welt / 02.02.2020 • 22:26 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Der „Solar Orbiter“ startet voraussichtlich am 10. Februar von Cape Canaveral aus und macht sich auf den Weg zur Sonne. ESA
Der „Solar Orbiter“ startet voraussichtlich am 10. Februar von Cape Canaveral aus und macht sich auf den Weg zur Sonne. ESA

Europas „Solar Orbiter“ soll Forschern helfen, Wissenslücken zu schließen.

Cape Canaveral Ins Herz des Sonnensystems zielt die „Solar Orbiter“-Mission. Die rund 180 Kilogramm schwere Sonde soll am 10. Februar vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida  starten. Die nach Schätzungen insgesamt fast 1,5 Milliarden Euro teure Mission soll neue Einblicke in das Geschehen auf dem rund 150 Millionen Kilometer entfernten Stern ermöglichen. Das Gemeinschaftsprojekt der US-Raumfahrtbehörde Nasa und des europäischen Pendants Esa hat zehn wissenschaftliche Instrumente an Bord und soll aus dem European Space Operations Centre in Darmstadt gesteuert werden. Mit an Bord ist das rund 100 Millionen Euro teure Doppelteleskop PHI (Polarimetric and Helioseismic Imager), dessen Aufnahmen Rückschlüsse auf das Magnetfeld der Sonnenoberfläche zulassen sollen. Der Orbiter soll erstmals auch über die Pole der Sonne fliegen. Ziel ist es, das von den Sonneneruptionen mitbestimmte Weltraumwetter und die Auswirkungen des wechselhaften Partikelregens – respektive Sonnenwind – auch in Erdnähe besser zu verstehen. 

Wenn der 1,8 Tonnen schwere Orbiter wie geplant an Bord einer Atla-V-411-Rakete ins All abhebt, liegt eine lange Reise vor ihm. Bis auf 42 Millionen Kilometer soll der Satellit an die Sonne heranfliegen. Dort ist die Intensität der Sonne nach Angaben der Esa bereits 13 Mal so hoch wie auf der Erde. Auf der Oberfläche des Sterns herrschen Temperaturen von rund 5500 Grad Celsius. Im Inneren sind es 15 bis 16 Millionen Grad. Auf seiner Flugbahn wird die größte Distanz zwischen dem Orbiter und der Erde bei 300 Millionen Kilometern liegen. Ein Funksignal wird dann 16,5 Minuten brauchen. Gerade diese Funksignale sind für die Crew am Boden immens wichtig. Ohne sie fliegt der Orbiter quasi blind in den Raum.