Mutter getötet: Dreieinhalb Jahre Haft für 14-Jährigen

Welt / 11.02.2020 • 22:39 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Das Verbrechen sei „völlig unvorhersehbar“ gewesen, hieß es. APA
Das Verbrechen sei „völlig unvorhersehbar“ gewesen, hieß es. APA

Wiener Neustadt Weil er seine Mutter im Juli 2019 in Kirchschlag in der Buckligen Welt (Bezirk Wiener Neustadt) erstochen haben soll, ist ein 14-Jähriger gestern in Wiener Neustadt nicht rechtskräftig zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Die Vorsitzende Richterin sprach von einem erheblichen Überwiegen der Milderungsgründe – der Strafrahmen hatte bis zu zehn Jahren betragen. Die Messerattacke am 22. Juli wurde nach Angaben des Staatsanwalts durch einen Streit ausgelöst.

Die 56 Jahre alte Mutter des Beschuldigten benötigte Hilfe am PC, der Jugendliche wollte nach einer mit Computerspielen zugebrachten Nacht aber lieber weiterschlafen. Nachdem die Frau dem Burschen die Rückkehr in sein Zimmer und damit ins Bett verboten und sich ihm in den Weg gestellt hatte, soll sie der 14-Jährige mit einem Küchenmesser attackiert haben. Laut Obduktionsergebnis erlitt die Mutter einen Herzdurchstich. Der Angeklagte meldete den Vorfall selbst. Die alleinerziehende Frau – sie ist nach einem Unfall gesundheitlich beeinträchtigt – dürfte mit der Erziehung des Sohnes überfordert gewesen sein. Seitens der Kinder- und Jugendhilfe des Landes Niederösterreich gab es lockere Kontakte.