Tapsig und etwas wasserscheu

Welt / 13.02.2020 • 22:44 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Kuscheln mit Mama Nora gehört zum täglichen Pflichtprogramm. AFP
Kuscheln mit Mama Nora gehört zum täglichen Pflichtprogramm. AFP

Im Tiergarten Schönbrunn zeigte sich das Eisbären-Jungtier erstmals im Freien.

Wien Erst schaute Mutter Nora, ob die Luft rein ist, dann kam auch der Nachwuchs raus: Das Eisbären-Jungtier des Tiergarten Schönbrunn in Wien ist erstmals durch das Freigehege getapst. Nach drei Monaten in der Wurfbox unternahm der kleine Bär am Donnerstag den ersten Ausflug. Zuerst noch zwischen den Beinen der Mutter Schutz suchend, ging es rasch zum Rand des Wasserbeckens – und da war dann fürs Erste einmal Schluss. Vorsichtig – und immer kurz vorm Abrutschen – tastete sich das Bärenjunge am Rand entlang, während Nora sichtlich ihr erstes Bad seit ihrem Umzug in die Wurfbox vor vier Monaten genoss.

„Wir haben das große Glück, dass das Jungtier von der Mutter aufgezogen wird. Sie gibt den Takt vor“, erklärte Direktor Stephan Hering-Hagenbeck. Auch das Zoopersonal sah das Jungtier zum ersten Mal nicht nur auf Bildern einer Überwachungskamera. „Für das Jungtier ist das alles sehr aufregend, es wird aber auch schnell müde sein“, sagte Hering-Hagenbeck. Besucher, die den kleinen Bären ab Freitag beobachten wollen, sollten deshalb Zeit mitbringen.

Eisbären-Mutter Nora hat das Jungtier am 9. November 2019 zur Welt gebracht. Seitdem blieben die beiden ungestört in der Wurfhöhle. „In der Natur bauen die Tiere ebenfalls eine große Eishöhle, in der sie in den ersten Monaten mit dem Nachwuchs bleiben“, erklärte Hering-Hagenbeck. Da das Geschlecht des kleinen Eisbären noch nicht bestimmt ist, hat er auch noch keinen Namen. Der Zoo will aber in Kürze alle Interessierten an der Namensfindung beteiligen.

Für den Tiergarten ist es der erste Eisbären-Nachwuchs seit 2007. Damals kamen Zwillinge zur Welt, die in Nürnberg und Schottland leben.

Die Erkundung des Geheges erfolgte noch etwas vorsichtig. AP
Die Erkundung des Geheges erfolgte noch etwas vorsichtig. AP
Zuerst suchte der Eisbären-Nachwuchs noch Schutz zwischen Mamas Beinen. AFP
Zuerst suchte der Eisbären-Nachwuchs noch Schutz zwischen Mamas Beinen. AFP

Zur „Bärson“

Geschlecht und Name noch unbekannt, etwa 14 Kilogramm schwer und blütenweißes Fell

Geboren 9. November 2019 im Tiergarten Schönbrunn; Zwillingsgeburt, allerdings starb das zweite Jungtier noch am ersten Tag

Mama Nora

Erste Monate Mama Nora und ihr Eisbärennachwuchs haben die erste Zeit ungestört in der Wurfhöhle verbracht.