Tiroler Lehrer wegen Missbrauchs von 48 Schülern verurteilt

Welt / 16.11.2020 • 22:22 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

innsbruck Ein 40-jähriger Lehrer einer Neuen Mittelschule hat sich gestern am Landesgericht Innsbruck unter anderem wegen Vergewaltigung, geschlechtlicher Nötigung und sexuellen Missbrauchs verantworten müssen. Er wurde zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt. Der Lehrer soll laut Anklage einen Schüler zwei Mal vergewaltigt haben. Zudem soll er über Jahre viele andere Buben geschlechtlich genötigt oder missbraucht haben. Außerdem soll der Angeklagte sexuelle Handlungen heimlich gefilmt und am PC archiviert haben. Der 40-Jährige wurde in insgesamt 15 Punkten angeklagt. Laut der Staatsanwaltschaft listete die Anklage seit 2009 48 Opfer auf. Viele der missbrauchten Buben waren erst 13 Jahre alt.

Zugang zu den Burschen verschaffte sich der Lehrer über die Schule. Der 40-Jährige hatte das Image eines kumpelhaften Lehrers. Um die Buben zu überreden, an den Handlungen teilzunehmen, habe ihnen der Angeklagte unter anderem Alkohol, Zigaretten und schulische Vergünstigungen angeboten, er drohte den Schülern aber auch mit schlechten Noten und bloßstellenden Bildern.

Der Beschuldigte leidet laut einem Gutachten der Gerichts-Psychiaterin unter einer Persönlichkeitsstörung. Es sei zu befürchten, dass der 40-Jährige mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder derartige Taten setzen könnte. Der Angeklagte muss zudem insgesamt 59.000 Euro Teilschadenersatz an die Opfer zahlen.

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