Verliebt in Dschihadist: Schweizer Angreiferin war polizeibekannt

Welt / 25.11.2020 • 22:35 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Lugano Die Schweizer Messerangreiferin aus Lugano war bei der Bundespolizei kein unbeschriebenes Blatt. Sie sei aus „polizeilichen Ermittlungen im Jahr 2017 mit dschihadistischem Hintergrund“ bekannt, berichtete das Bundesamt für Polizei (FedPol) nach der Messerattacke in einem Einkaufszentrum in Lugano im italienischsprachigen Kanton Tessin. Am Mittwoch legte sie nach: Die Frau habe sich über soziale Medien in einen „dschihadistischen Kämpfer“ verliebt und wollte diesen in Syrien treffen. An der türkisch-syrischen Grenze sei sie seinerzeit aber aufgehalten und von der Türkei zurück in die Schweiz geschickt worden. Sie sei anschließend wegen psychischer Probleme behandelt worden und seit 2017 nicht mehr auffällig gewesen. Der Tessiner Regierungspräsident Norman Gobbi sagte, die Frau sei radikalisiert worden: „Die Situation ist von größtem Ernst.“

Dass es sich bei der 28-Jährigen um eine Terror-Sympathisantin handelt, hatten schon Augenzeugen der Messerattacke berichtet. „Sono dell‘Isis“ – ich bin vom IS – soll die Frau bei dem Überfall auf zwei Passantinnen am Dienstagnachmittag gerufen haben. Sie würgte eine der beiden Frauen und die andere verletzte sie mit einem Messer, das sie sich offenbar kurz zuvor in der Haushaltswarenabteilung besorgt hatte. Zwei andere Passanten packten die Angreiferin an den Haaren und hielten sie fest, bis die Polizei kam und sie festnahm.

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