1800 Festnahmen nach Hack von Kryptonetzwerk Encrochat

Welt / 16.04.2021 • 22:21 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Brüssel Der Hack des Kryptohandyanbieters Encrochat hat zur Festnahme von rund 1800 mutmaßlichen Schwerverbrechern in ganz Europa geführt. Zusätzlich seien gut 130 Millionen Euro beschlagnahmt worden, die aus kriminellen Geschäften stammen sollen, stand in einem „Spiegel“-Bericht am Freitag unter Berufung auf eine Aufstellung von EU-Innenkommissarin Ylva Johansson. Mehr als 200 Menschen seien davor bewahrt worden, Opfer von geplanten Mord-
anschlägen zu werden.

Französischen Spezialisten war es bereits im Frühjahr 2020 gelungen, die verschlüsselten Handys der Firma Encrochat zu knacken. Im Juli zerschlugen französische und niederländische Ermittler das Netzwerk mit der Festnahme von mehr als 800 Verdächtigen in Europa. Nach ihren Angaben war Encrochat fast ausschließlich vom organisierten Verbrechen genutzt worden.

Die Fahnder kopierten laut „Spiegel“ Millionen Chatnachrichten, die sich Verbrecher gegenseitig in dem Glauben geschickt hatten, ihre Spezialtelefone seien abhörsicher. Seither rollen Ermittler in vielen Ländern die schwerkriminelle Szene auf. In Österreich gebe es „nach derzeitigem Stand und in diesem Zusammenhang“ bisher keine Festnahmen, erfuhr die APA im Bundeskriminalamt.

„Europol muss endlich zu einem eigenständigen europäischen Kriminalamt weiterentwickelt werden, um grenzüberschreitende Verbrechen effizient und grundrechtskonform verfolgen zu können“, sagte der Europaabgeordnete Moritz Körner. Bisher darf die europäische Polizeibehörde mit Sitz in Den Haag keine eigenen Ermittlungen führen.