“Ever Given” darf ablegen

Welt / 05.07.2021 • 22:44 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Kanalbehörde beschlagnahmte das Schiff nach der Freilegung. Seitdem liegt es am Großen Bittersee, der den nördlichen vom südlichen Teil des Suezkanals trennt.  AFP
Die Kanalbehörde beschlagnahmte das Schiff nach der Freilegung. Seitdem liegt es am Großen Bittersee, der den nördlichen vom südlichen Teil des Suezkanals trennt.  AFP

Streit nach Blockade beigelegt, Containerschiff soll am Mittwoch freikommen.

Tokio, Kairo Monatelang gab es Streit um die Blockade des Suezkanals durch den Frachter “Ever Given”, nun haben beide Seiten eine Einigung erzielt. Das Containerschiff solle diesen Mittwoch freikommen, teilte ein Sprecher des japanischen Schiffseigners Shoei Kisen Kaisha am Montag auf Anfrage mit. Details zur Vereinbarung mit der ägyptischen Kanalbehörde nannte er nicht. Usama Rabi, Chef der Kanalbehörde, bestätigte die Einigung gegenüber dem ägyptischen Fernsehsender Al-Kahira Wal Nas. Details nannte er ebenfalls nicht. Er verwies auf eine Geheimhaltungsvereinbarung beider Seiten. Die japanische Seite werde der Kanalbehörde als Teil der Vereinbarung aber einen Schlepper schenken. “Am Mittwoch wird es eine Zeremonie zur abschließenden Unterschrift geben und wir werden dem Schiff die Weiterfahrt erlauben”, sagte Rabi. “Natürlich wird das Geld oder ein Teil dann überwiesen sein.”

Die “Ever Given”, eines der größten Containerschiffe der Welt, war im März im Suezkanal auf Grund gelaufen. Sechs Tage blockierte der 400 Meter lange Frachter die wichtige Wasserstraße zwischen Asien und Europa. Hunderte Schiffe mussten auf Weiterfahrt warten. Die Kanalbehörde hatte wegen der entstandenen wirtschaftlichen Verluste, den Schäden am Kanal sowie für die Bergung des Schiffs zunächst umgerechnet 772 Millionen Euro und später 463 Millionen Euro Schadenersatz gefordert. Die Anwälte der japanischen Leasingfirma Shoei Kisen argumentierten vor Gericht, der Fehler liege bei der Kanalbehörde. Diese hätte der “Ever Given” die Durchfahrt wegen des schlechten Wetters gar nicht erlauben dürfen. Nach der Blockade hatte Präsident Abdel Fattah al-Sisi eine Erweiterung der Wasserstraße angekündigt. Die Arbeiten dafür begannen im Mai.