Nach Anschlag gestorben

Welt / 15.07.2021 • 22:32 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
De Vries war fast 30 Jahre lang der führende Kriminalreporter der Niederlande und ist oft auch als Sprecher von Opfern oder Zeugen bei Prozessen aufgetreten. ANP/AFP
De Vries war fast 30 Jahre lang der führende Kriminalreporter der Niederlande und ist oft auch als Sprecher von Opfern oder Zeugen bei Prozessen aufgetreten. ANP/AFP

Der niederländische Reporter Peter R. de Vries hat den Kampf um sein Leben verloren.

amsterdam Der prominente niederländische Kriminalreporter Peter R. de Vries (64) ist knapp zehn Tage nach dem Mordanschlag auf ihn in Amsterdam seinen schweren Verletzungen erlegen. Das teilte die Familie am Donnerstag in Amsterdam mit. De Vries war am 6. Juli niedergeschossen worden. „Peter hat gekämpft bis zum Ende, aber er konnte den Kampf nicht gewinnen“, heißt es in der Erklärung der Familie. Kollegen und Politiker reagierten bestürzt auf den Tod des bekannten Reporters.

Ein Mann hatte auf den Reporter auf offener Straße mehrere Schüsse abgegeben, als er ein TV-Studio verlassen hatte. Der Mordanschlag hat die Niederlande zutiefst geschockt und ist auch international mit Entsetzen aufgenommen worden. Der Präsident des Europaparlaments, David Sassoli, schrieb auf Twitter: „Sein Mut, das organisierte Verbrechen zu entblößen und die dunkelsten Teile unserer Gesellschaften zu beleuchten, wird uns immer in Erinnerung bleiben.“

Zwei Männer, ein 35-jähriger Pole mit Wohnsitz im Ort Maurik im Südosten des Landes, sowie ein 21 Jahre alter Rotterdamer sind kurz nach der Tat festgenommen worden. Einer von ihnen soll der Schütze sein. Die Polizei hat sich bisher nicht zu Hintergründen der Tat geäußert. Vieles deutet jedoch daraufhin, dass der Mord in Verbindung mit der Arbeit des Reporters steht.

De Vries war aktuell Vertrauensperson des Kronzeugen eines großen Strafprozesses gegen eine Drogenbande. Der Bruder des Kronzeugen sowie auch sein Verteidiger sind bereits 2019 ermordet worden. Auch der Reporter war bedroht worden. Doch er hat Personenschutz abgelehnt.

Politiker aus dem In- und Ausland haben die Tat als Anschlag scharf verurteilt. Medienverbände verlangten rückhaltlose Aufklärung.