Chaos nach Jahrhundertregen

Welt / 21.07.2021 • 22:37 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
In der Neun-Millionen-Metropole Zhengzhou verwandelten sich mehrspurige Straßen in Flüsse. Menschen mussten gerettet werden. Reuters/China Daily
In der Neun-Millionen-Metropole Zhengzhou verwandelten sich mehrspurige Straßen in Flüsse. Menschen mussten gerettet werden. Reuters/China Daily

An einem Tag fiel in Zhengzhou (China) so viel Regen wie sonst in acht Monaten.

Zhengzhou Die schwersten Regenfälle seit Jahrzehnten haben in der zentralchinesischen Millionenmetropole Zhengzhou und dem Umland massive Überschwemmungen verursacht. Mindestens 25 Menschen kamen ums Leben. Sieben wurden vermisst, wie Behörden am Mittwoch berichteten. Es wurden weitere Opfer befürchtet.

In der umliegenden Provinz Henan, deren Hauptstadt Zhengzhou ist, waren über eine Million Menschen betroffen. Die Rettung von Menschenleben habe “oberste Priorität”, wurde Chinas Präsident Xi Jinping in Staatsmedien zitiert.

Auf Videos war zu sehen, wie sich in der Neun-Millionen-Metropole mehrspurige Straßen zum Teil in reißende Flüsse verwandelten. Autos schwammen in den Fluten. Die Wasser- und Stromversorgung war vielerorts unterbrochen, der Verkehr lahmgelegt.

Die Fluten überschwemmten auch die U-Bahn, wo Hunderte Menschen zeitweise in Zügen und in Tunneln eingeschlossen waren, wie Staatsmedien und Augenzeugen in sozialen Medien berichteten. Das Wasser stand den Betroffenen teilweise bis zu den Schultern.

Bei Evakuierungen wurden 160.000 Menschen in Sicherheit gebracht – darunter rund 600 schwerkranke Patienten aus einem Krankenhaus der Zhengzhou Universität. Hunderte Gäste strandeten in einem Hotel. Im Süden von Zhengzhou brach der Damm des Guojiaju-Wasserreservoirs, wie das Staatsfernsehen berichtete.

Es war von den stärksten Regenfällen seit Beginn der Aufzeichnungen die Rede. “Solche Regenfälle gibt es nur einmal in 100 Jahren. Die Lage ist düster”, berichtete der Krisenstab der Hauptstadt der Provinz Henan laut “China Daily”. Nach Angaben chinesischer Medien ging seit Dienstag so viel Regen über der Region nieder wie sonst innerhalb von acht Monaten.