Vielfalt der Flora nimmt ab

Welt / 15.12.2021 • 22:49 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Pflanzen - wie die Wasserhyazinthen - verbreiten sich immer öfter weltweit. AFP
Pflanzen – wie die Wasserhyazinthen – verbreiten sich immer öfter weltweit. AFP

Pflanzenwelt wird selbst in weit entfernten Regionen immer einheitlicher.

Wien Selbst weit voneinander entfernte Regionen unseres Planeten werden sich in ihrer Flora immer ähnlicher. Grund ist die Ausbreitung gebietsfremder Pflanzenarten, so das Ergebnis eines globalen Forschungsprojektes der Universität Konstanz unter Beteiligung von Forschern der Universität Wien. Die Studie erscheint aktuell in Nature Communications.

Insgesamt hat sich das Team die Zusammensetzung von Pflanzen in 658 Regionen weltweit in Datenbanken über die Zeit hinweg angesehen. So analysierten die Wissenschafter, wie viele Pflanzen in einer Region auch in anderen Gebieten vorkommen. Zudem wurde das Ausmaß der Verwandtschaft der Pflanzenarten an einem bestimmten Ort bestimmt. Weiters schätzte man den Einfluss des Menschen und die natürliche Tendenz zur Vereinheitlichung ab.

Klar sei, dass Pflanzen vor allem in Regionen leichter Fuß fassen, in denen ähnliche Bedingungen herrschen wie an ihrem angestammten Ort.  Dementsprechend finden sich Zonen mit starken Tendenzen zur „Homogenisierung“ vor allem in Australien und Neuseeland, aber auch im südlichen Afrika, Südamerika oder zu einem gewissen Grad auf früher isolierteren Inseln.

Doch auch menschengemachte Faktoren haben einen Einfluss auf die Verbreitung gebietsfremder Pflanzen und die Vereinheitlichung der weltweiten regionalen Floren. So beschreiben die Forscher, dass eine gemeinsame politische Vergangenheit ebenfalls eine Rolle spielt: Regionen, die ehemals einem gemeinsamen Staat angehörten, weisen eine stärkere Vereinheitlichung in der Artenzusammensetzung ihrer Pflanzenwelt auf. Auch innerhalb heute bestehender Landesgrenzen zeigt sich dieser Effekt, etwa bei den Bundesstaaten der USA. Manche Forscher sprechen davon, dass sich die Welt mehr oder weniger einem Zustand annähern könnte, der dem entspricht, wie er auf einer Erde mit nur einem Kontinent herrschen würde. 

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