EU verbietet bunte Tattoo-Farben

Welt / 03.01.2022 • 22:33 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Zwei Drittel aller Tattoo-Farben sind ab heute EU-weit verboten. apa
Zwei Drittel aller Tattoo-Farben sind ab heute EU-weit verboten. apa

Verbot wurde bereits 2020 beschlossen, die Übergangsfrist ist nun ausgelaufen.

hamburg, brüssel Dutzende bunte Fläschchen, eine Tattoo-Maschine und viel Fingerspitzengefühl – mit diesen Mitteln erfüllt der Hamburger Tätowierer Sebastian Makowski Kundinnen und Kunden ihre Tattoo-Wünsche. Allzu bunt dürften die aber bald nicht mehr ausfallen: Die EU verbietet nun nämlich viele Inhaltsstoffe, die in diversen gängigen Tätowierfarben enthalten sind.

Tausende Substanzen verboten

Vom heutigen Tag an unterliegen viele Chemikalien in Tattoo-Farben in der gesamten Europäischen Union den Beschränkungen durch die sogenannte REACH-Verordnung. Auf der Bannliste stehen dann Tausende Substanzen. Viele von ihnen sind aus Sicht der EU potenziell gefährlich oder nicht ausreichend erforscht. 2020 wurde das Verbot beschlossen, die Übergangszeit läuft nun aus. Das Ziel sei laut der EU-Kommission nicht, Tätowierungen grundsätzlich zu verbieten. Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) betont, es gehe darum, „Tätowierfarben und Permanent-Make-up sicherer zu machen“.

Farbstoffe bergen Risiko

Christoph Liebich, Dermatologe und Inhaber der Hautarztpraxis Dermazent in München, befürwortet dies. Viele Tattoo-Farben, die bislang auf dem Markt seien, seien nicht nachweislich unbedenklich. „Viele sind nie in klinischen Studien überprüft worden. Das heißt, Tattoo-Farbstoffe haben immer ein großes Risiko, eine Allergie auszulösen, es besteht auch die Gefahr, dass Krebs entstehen kann“, mahnt er. Den Schritt zum Verbot vieler enthaltener Substanzen findet er „vollkommen richtig“. In einem Jahr kommen auf die Tattoo-Branche weitere Einschränkungen zu.

Ab 2023 will die EU zusätzlich auch noch bestimmte blaue und grüne Farbpigmente untersagen. 

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