Weltraumtourismus zieht an

Welt / 05.01.2022 • 22:24 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der japanischer Milliardär Yusaku Maezawa und sein Assistent verbrachten zwölf Tage auf der ISS. Rts
Der japanischer Milliardär Yusaku Maezawa und sein Assistent verbrachten zwölf Tage auf der ISS. Rts

Raumfahrt-Nationen mischen ebenso mit wie Privatfirmen.

Moskau, New York Wer als Urlauber schon immer mal in die Geschichtsbücher eingehen wollte, hätte dazu wohl im nächsten oder übernächsten Jahr Gelegenheit. Zu buchen gibt es einen Flug zur Internationalen Raumstation (ISS) samt Spaziergang im Weltall. „Das hat noch nie eine Privatperson zuvor gemacht“, sagt Tom Shelley. Als Chef des auf Weltraumtourismus spezialisierten US-Unternehmens Space Adventures verkauft er den Trip gemeinsam mit Russland. Ein Flug zur ISS mit der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos kostet nach seinen Angaben umgerechnet bis zu 50 Millionen Euro. Die für 2023 oder 2024 geplante Tour mit dem Weltraumspaziergang dürfte noch teurer werden.

Der Weltraumtourismus hat 2021 viel Aufmerksamkeit erlebt – auch wegen des Wettrennens zweier Milliardäre. Im Sommer testeten erst der britische Milliardär Richard Branson und kurz darauf Amazon-Gründer Jeff Bezos ihre Raketen. Bezos schickte in den Monaten darauf noch zwei weitere Flüge mit insgesamt zehn Passagieren in den Weltraum. Für 2022 hat Bezos weitere Kurz-Trips ins All angekündigt, die Nachfrage nach Tickets sei sehr hoch. Auch Branson will Flüge anbieten. Mit Elon Musk schickte noch ein weiterer Milliardär mit eigener Raumfahrtfirma 2021 Touristen ins All. Seine vier Passagiere verbrachten mehrere Tage im All. 2022 will das Unternehmen Axiom Space in einer ersten solchen Kooperation mit der US-Raumfahrtbehörde Nasa Touristen zur ISS bringen. Und Roskosmos flog gerade erst den japanischen Milliardär Yusaku Maezawa und seinen Assistenten Yozo Hirano zur ISS. 

Von vielen Seiten kommt scharfe Kritik am Weltraumtourismus, etwa von Umweltschützern, Politikern und Prominenten: Es sei ein Geschäft von Reichen und für Reiche, das weitgehend ohne wissenschaftliche, dem Wohl der Menschheit dienende Forschungsinteressen und ohne Rücksicht auf das Klima vorangetrieben werde.

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