Aralsee trocknet aus

Welt / 13.01.2022 • 22:37 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Aralsee gehörte einmal zu den vier größten Binnenseen der Erde. Reuters
Der Aralsee gehörte einmal zu den vier größten Binnenseen der Erde. Reuters

Öko-Katastrophe: 90 Prozent des Sees, wie er sich 1960 zeigte, sind heute verschwunden.

Mujank Vom riesigen Aralsee, der in Usbekistan und im Rest Zentralasiens einst für Leben sorgte, sind heute nur noch Schautafeln übrig, die sein Verschwinden dokumentieren. Schon seit mehr als 60 Jahren trocknet der Salzwassersee, der auch Binnenmeer genannt wird, aus. Schon lang ist er in einzelne Teile zerfallen. Der nördliche Part in der zentralasiatischen Republik Kasachstan hat sich nach dortigen Regierungsangaben stabilisiert. Dort leben sogar wieder Fische. Am westlichen Abschnitt in Usbekistan aber tut sich eine karge, durch Erosion und Felsabbrüche zerklüftete Landschaft auf.  Allein am westlichen Teil zieht sich das Wasser jährlich um 500 Meter zurück, wie Studien zeigen. 90 Prozent des Sees, wie er sich 1960 zeigte, sind heute verschwunden. Nach Angaben des Internationalen Fonds zur Rettung des Aralsees trocknet er weiter aus. Es gebe international viele „schöne Projekte auf dem Papier“, aber kaum Geld, obwohl dies versprochen sei, sagte der Leiter des Fonds, Wadim Sokolow. Zwei Millionen US-Dollar (1,77 Mill. Euro) erhalte der staatliche Fonds pro Jahr. 400 Millionen US-Dollar aber seien allein erforderlich, um die nötige Infrastruktur zu bauen, damit der Status quo des Sees erhalten bleiben könne.

Zu den großen Wüsten Karakum und Kysylkum in der Region sei in dem ausgetrockneten Becken nun die neue Aralkum hinzugekommen. „Die Gefährlichkeit dieser neuen Wüste besteht darin, dass von dort aus gewaltige Massen an Salz und ultrafeinem Staub in die Atmosphäre geblasen werden“, erklärt Sokolow. Der Wasserbauingenieur beklagt, dass gesundheitliche Probleme bei Menschen auffällig seien. Hinzu komme in der Pflanzen- und Tierwelt ein massenhaftes Artensterben. Der westliche Teil des Aralsees sei heute so salzig, dass darin kein Fisch mehr leben könne. 40.000 Tonnen Fisch seien bis zu den 60er-Jahren pro Jahr gefangen worden. Mit dem Rückgang der Wassermenge wurde der See immer salziger. Erst starben die Fische, dann verloren Zehntausende ihre Arbeit – in der Fischerei, Landwirtschaft und Tierhaltung.

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