„Operation Weckruf“: Bayernweite Razzia gegen Kindesmissbrauch

Welt / 26.01.2022 • 22:56 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

München 50 Durchsuchungen, 55 Beschuldigte, 928 beschlagnahmte Datenträger und Computer – so lautet die Bilanz einer groß angelegten Kinderpornografie-Razzia in allen bayerischen Regierungsbezirken. „Wer solche Straftaten begeht, kann sich in Bayern niemals sicher fühlen“, sagte Justizminister Georg Eisenreich am Mittwoch mit Blick auf den „Operation Weckruf 2022“ genannten Großeinsatz. 15 der insgesamt 55 ermittelten Fälle betreffen demnach Downloads von Darstellungen von schwerstem sexuellen Missbrauch.

„Was dort zu sehen ist, dieses Maß an Grausamkeit, an Gewalttätigkeit, können selbst langjährige Ermittler nicht ohne Weiteres wegstecken“, sagte Thomas Goger, der Leiter des Zentrums zur Bekämpfung von Kinderpornografie und sexuellem Missbrauch im Internet (ZKI). Es gab Beschuldigte in jedem Regierungsbezirk. Sie sind zwischen 18 und 73 Jahre alt, mehr als ein Drittel von ihnen ist jünger als 30. 23 von ihnen legten laut Goger noch an Ort und Stelle ein Geständnis ab. Wo sich die Verdachtsmomente bestätigen, drohen Freiheitsstrafen von mindestens einem Jahr.

Bereits im Mai 2021 hatte es eine ähnliche Aktion gegeben, damals gab es 51 Beschuldigte. Ermittlungen wegen sexuellen Missbrauchs und Kinderpornografie hatten zuletzt stark zugenommen. Im Jahr 2021 wurden beim ZKI mehr als 3200 Verfahren erfasst.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.